+
Eduard Weiland erinnert sich daran, wie er sein erstes Telefon bekommen hat - und erzählt, warum er die Telefone eigentlich gar nicht so gerne mag.

Geschichten zum Welt-Fernmeldetag

Als Telefone noch nicht selbstverständlich waren

  • schließen

Waltrop - Am Freitag, 17. Mai, ist Welt-Fernmeldetag. Dass wir fast überall auf der Welt mit jederzeit greifbaren Telefonen anrufen können, ist für uns heute selbstverständlich. Aber wir haben uns mal mit dem Waltroper Eduard Weiland (86) unterhalten. Der kennt noch Zeiten, als längst nicht jeder überhaupt ein Festnetz-Telefon hatte.

„Wer kein Telefon hat, hat ein ruhiges Leben“, findet Weiland. Dann gebe es keine Leute, die sich nachts verwählen und einen aufwecken würden. Zudem sagt er: „Ich telefoniere nur, wenn es notwendig ist. Jemanden nur anzurufen, um zu fragen, wie es ihm geht – das mache ich nicht.“

Fürs Telefonieren zur Eisenbahnschranke

In Eduard Weilands Kindheit - er wuchs in Hessen auf - gab es nur Werkstelefone an exponierten Stellen. So hatte zum Beispiel ein Arzt oder die Feuerwehr ein Telefon. Wenn eine Privatperson wie Eduard Weiland ein wichtiges Anliegen hatte, musste derjenige zur Eisenbahnschranke gehen. Dort konnte er das Werkstelefon benutzen. Das Gespräch landete direkt in der Zentrale, die den Anruf an die entsprechende Stelle umstöpseln musste. Dieser ganze Akt war ziemlich umständlich – und dauerte bisweilen seine Zeit.

Anschluss des Vermieters

Als junger Mann hatte er die Möglichkeit, über den Anschluss bei seinem Vermieter Anrufe entgegenzunehmen. Sein erstes eigenes Festnetztelefon hatte Eduard Weiland im Juni oder Juli 1979. Für seine berufliche Tätigkeit im Einkauf eines Unternehmens musste er erreichbar sein. „Ich wollte eigentlich zu Hause keins, ich wollte meine Ruhe haben“, erzählt er. Den Anschluss habe aber sogar die Firma bezahlt, denn Telefonieren war in der Anfangszeit ziemlich teuer, erinnert sich Weiland. Zwischen 9 und 18 Uhr war es am teuersten, je später der Abend, desto günstiger wurde es. „Das war nicht so wie heute, wo das alles einen Preis kostet“, sagt er.

Handy als Retter

Telefonzellen waren für den Waltroper kein großes Thema. Ob es ihn stört, dass die weg sind? Nein. Aber benutzt hat er sie trotzdem – einmal etwa, um seine Freundin vom Bahnhof aus anzurufen. Heute sind die beiden seit 64 Jahren verheiratet. Trotzdem weiß Eduard Weiland dem „Störenfried“ etwas abzugewinnen. Als er 2002 begann, als Bote für die Waltroper Zeitung zu arbeiten, brauchte er ein Handy. Und genau das hat ihn vor gut einem Jahr gerettet. Er war beim Austragen der Zeitungen gestürzt, lag um 3.15 Uhr nachts auf der Straße. Keine Hilfe in Sicht – außer dem Handy. „Vorteile hat das schon“, sagt er, nimmt es aber nur mit, wenn er längere Zeit unterwegs ist und die Gefahr einer Panne besteht.

Die Frage der Erreichbarkeit

Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Telefon? Haben Sie eine kuriose Geschichte mit einer Telefonzelle oder von Ihrem Smartphone zu erzählen? Rufen Sie an: 02309/9628-6410 oder mailen Sie: wzredaktion@medienhaus-bauer.de

Oft hört Eduard Weiland den Satz: „Dich kann man ja über dein Handy gar nicht erreichen“, aber schlimm findet er es nicht. Ein Smartphone möchte er nicht haben: „Man wird abhängig davon“, sagt er. Wenn er eine Information benötigt, greift er zum Telefonhörer und ruft einen seiner zwei Söhne an. „Vieles hat sich verbessert“, sagt er. Doch ob es dadurch einfacher geworden sei, zweifelt er an.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Zurück zur Normalität - Kehrt an der Kreisliga- Tabellenspitze die Spannung zurück?
Zurück zur Normalität - Kehrt an der Kreisliga- Tabellenspitze die Spannung zurück?
Schwerer Brand an der Deitermann-Villa: Wer hat das Feuer gelegt?
Schwerer Brand an der Deitermann-Villa: Wer hat das Feuer gelegt?
FC Marl will den siebten Bezirksliga-Sieg in Folge
FC Marl will den siebten Bezirksliga-Sieg in Folge
Eklat bei Klima-Demo: Grünen-Ratsherr stört mit "Scheiße"-Zwischenrufen
Eklat bei Klima-Demo: Grünen-Ratsherr stört mit "Scheiße"-Zwischenrufen
„Peinlich“ und „lächerlich“: Heftige Reaktionen auf Hoeneß-Wutrede zu Neuer und ter Stegen
„Peinlich“ und „lächerlich“: Heftige Reaktionen auf Hoeneß-Wutrede zu Neuer und ter Stegen

Kommentare