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Das Protestplakat beim "Dicken Dören".

Gewerbegebiet "Im Dicken Dören"

Der Widerstand gegen die neue Langendorf-Heimat verschärft sich

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WALTROP - Der Widerstand gegen das geplante Industriegebiet „Im Dicken Dören“ wird auf Dortmunder Seite immer sichtbarer.

Seit einigen Tagen steht der Anhänger mit dem Schild gut sichtbar am Straßenrand an der Stadtgrenze Waltrop/Groppenbruch. „Nein zum Gewerbegebiet Im Dicken Dören“ steht darauf, und darunter die Internetadresse einer Online-Petition. Wer die Adresse im Netz eingibt, erfährt, dass die Petition im Februar von Stefanie Hugot gestartet wurde und bisher (Stand Donnerstag) 369 Unterstützer gefunden hat. Keine Überraschung: Nur eine kleine Minderheit der bisherigen Unterstützer, nämlich sechs Personen, wohnen in Waltrop.

560 Stimmen sind die Marke

Das ist deshalb wichtig, weil es ein Quorum gibt, also eine Mindestanzahl an Stimmen, die erreicht werden müssen: Wird – in diesem Fall – die Marke von 560 Unterstützern geknackt, sendet die Plattform „openpetition“ eine E-Mail an die Waltroper Ratsmitglieder mit der Bitte, öffentlich auf ihrer Internetseite zu dem Anliegen Stellung zu nehmen. Aber: Für das Quorum werden nur diejenigen berücksichtigt, die in dem Ort wohnen, an dessen Verantwortliche sich die Petition richtet. Und das ist Waltrop, denn als Adressatin ist Bürgermeisterin Nicole Moenikes genannt. Theoretisch hätte sich die Petition auch an den Dortmunder Oberbürgermeister richten können, dann wäre aber wiederum die Grenze, ab der die Ratsmitglieder angeschrieben werden, deutlich erhöht, weil sie sich nach der Einwohnerzahl der jeweiligen Stadt richtet. Im Falle Dortmunds liegt sie bei 3500 Unterstützern.

Unterschriften sollen übergeben werden

Aber da in Waltrop der „Dicke Dören“ ja allgemein befürwortet wird, dürfte die nötige Zahl der Unterstützer aus Waltrop weit verfehlt werden. Am 21. Mai hat die Initiatorin den Zeitraum der Petition bis Ende Juni verlängert, „da ein Banner geschaltet wurde, um für weitere Unterschriften zu werben und Anfang Juli die Unterschriftenlisten an die Bürgermeisterin übergeben werden sollen“. Rita Schuhmacher, Sprecherin der Plattform „openpetition“, betont auf Anfrage, auch ohne erreichtes Quorum sei die Petition keineswegs wirkungslos.

Gutachten "lückenhaft"

In der Sache werden die Differenzen zwischen Waltrop und Dortmund immer deutlicher. Die Ruhr Nachrichten (RN) haben ein elfseitiges Schreiben des Dortmunder Planungsdezernenten Ludger Wilde vorliegen. In seiner Stellungnahme zum Planverfahren beim Regionalverband Ruhr sieht er laut RN-Bericht nicht nur „erhebliche Bedenken aus planungs- und naturschutzfachlicher Sicht“. Die Waltroper Gutachten zur Änderung des Regionalplans kritisiert er als „lückenhaft“ und „interessengeleitet“ – „die Gesamtqualität der Untersuchung ist unzureichend“. Keine Rückmeldung SPD-Fraktionsvorsitzender Detlev Dick sagte unserer Zeitung, die Bedenken auf Dortmunder Seite müssten „auf Fachebene ausgeräumt“ werden. Sprich: Waltrops Stadtplaner Andreas Scheiba müsse das Gespräch mit seinem Dortmunder Kollegen suchen. Dick: „Das habe ich bereits in meiner Haushaltsrede gesagt und die Bürgermeisterin wiederholt darauf angesprochen. Ich habe keine Rückmeldung bekommen.“ Dick fürchtet, dass auch bei der Führung des Fahrzeugbauers Langendorf die Bereitschaft sinkt, sich zu Waltrop zu bekennen, wenn die Widerstände hinsichtlich des „Dicken Dören“ wachsen

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