Wo gibt's sie noch?

Kein gutes Jahr für Pilzsammler

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Waltrop - Durch den trockenen und heißen Sommer gibt es bei uns weniger Pilze. Nur tagelanger Regen könnte hieran noch etwas ändern.

Die Hauptsaison für Pilzsammler ist der Herbst. Insbesondere in den Monaten September und Oktober streifen die Sammler in Scharen durch die heimischen Wälder. Da machen auch die Waltroper Freunde des gepflegten Pilzgerichtes keine Ausnahme.

In diesem Jahr könnte durch den heißen und trockenen Sommer die Ernte allerdings dünner ausfallen als üblich. „Viele Stellen in den Wäldern sind regelrecht verdorrt, dort kann praktisch nichts wachsen“, berichtet Jan-Arne Mentken, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (umgangssprachlich: Pilzkunde). „Im Idealfall müsste es eine Woche durchregnen, damit noch Pilze in größeren Mengen wachsen können.“

Sammler müssen Vorsicht walten lassen

Doch egal, ob in einem Jahr viele Pilze wachsen oder nicht – für die Sammler gibt es einiges zu beachten. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, steht an erster Stelle die zweifelsfreie Bestimmung eines Pilzes – entweder durch eigene Recherche oder durch einen anerkannten Pilzsachverständigen. „Es ist nicht sinnvoll, hunderte von Pilzen zu sammeln und sie anschließend wegen fehlender Bestimmung zu entsorgen“, sagt Mentken. Stattdessen rät er den Waltropern, besser nur die Pilzarten zu sammeln, die man kennt. Zudem ist das Sammeln von Pilzen auch durch Gesetze eingeschränkt. So sieht beispielsweise die Bundesartenschutzverordnung ein Sammelverbot für bestimmte Arten vor. Ferner gibt es eine Mengenbeschränkung beim Sammeln. So ist es erlaubt, für den Eigengebrauch zu sammeln. Eine genaue Definition des Begriffes „Eigenbedarf“ gibt es nicht. Bis zu zwei Kilogramm werden meist als Eigenbedarf geduldet. Wer mit deutlich mehr im Korb erwischt wird, dem droht ein saftiges Bußgeld. So mussten kürzlich zwei Sammler in Baden-Württemberg, die mit 19 Kilo Steinpilzen erwischt wurden, 1700 Euro Bußgeld zahlen.

Kaum Wald in Waltrop

In Ermangelung größerer Waldflächen in Waltrop sind die heimischen Sammler darauf angewiesen, in die Haard oder Hohe Mark, die generell als gute Pilz-Sammelgebiete gelten, zu fahren, um an die begehrten Gewächse zu gelangen. Allerdings hat Pilzexperte Mentken noch einen anderen Tipp für die Waltroper Pilzsammler parat: „Wer richtig was im Korb haben möchte, sollte am besten den etwas längeren Weg ins Sauerland wählen, weil dort noch mehr Artenvielfalt herrscht.“

Wie viele Pilzsorten es in den heimischen Wäldern gibt, steht nicht ganz genau fest. Die Schätzungen gehen von mindestens 5000 aus, andere Quellen sprechen sogar von 8000 unterschiedlichen Exemplaren.

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