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Während Mike Gerardi (Bild ober re.) die Spezial-Lasur auf die Rippchen regelrecht aufstreichelt, beobachtet Teamchef Little Hawk Blackburn den Vorgang mit Argusaugen. Nichts darf beim finalen Feinschliff schiefgehen.

Grill-EM am Hebewerk

Little Hawk Blackburn: „Es ist Barbecue, Baby!“

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Waltrop - Europas Grill-Elite hat sich am Wochenende am Schiffshebewerk in Waltrop versammelt. Wir haben Team „ThomaHawk Bar-B-Que“ bei der Grill-Europameisterschaft über die Schulter geguckt und viel (köstliches) gelernt.

Wenn erstklassiges Fleisch auf tiefe Leidenschaft trifft, dann können der Mann mit den Indianer-Wurzeln, Little Hawk Blackburn, und sein Barbecue-Grill nicht weit sein. Der gebürtige US-Amerikaner kommt aus einem der Mutter-Staaten des American BBQ – aus Missouri, genauer gesagt aus einer Kleinstadt nahe Kansas City. Genau da, wo die „Kansas City Barbeque Society“ (KCBS) zuhause ist, eine der weltgrößten Organisationen des American BBQ.

75 Teams aus ganz Europa

„Wir haben noch 16 Minuten – es ist Barbecue, Baby!“, verkündet Little Hawk Blackburn am Sonntag in seinem Wettkampfzelt. Es ist Grill-Europameisterschaft am Oberwasser des Schiffshebewerks und Blackburn tritt gemeinsam mit Mike Gerardi und Thomas Gockeln als Team „ThomaHawk Bar-B-Que“ an. 75 Teams aus ganz Europa grillen hier um den Sieg und ein Preisgeld von insgesamt 20.000 Euro.

Schwierig: „Beef Brisket“

Die Zeit, sie ist ein wichtiger Faktor. Wer den geforderten Gang – es gibt an diesem Tag sechs – zu spät bei der Jury abgibt, wird nicht bewertet. Ein Schreckensszenario für die leidenschaftlichen Grill-Profis.

Vier Grills – die beiden teuersten kosten 2500 Euro pro Stück – lodern im Zelt von Little Hawk (kleiner Falke) Blackburn: drei werden angefeuert mit Holzkohle, einer mit Holzpellets. „Alle haben unterschiedliche Temperaturen“, erklärt Little Hawk. Das ist ungeheuer wichtig für die Zubereitung, denn jeder Gang hat andere Anforderungen. Schwierigstes Gericht ist hier mit Abstand „Beef Brisket“, also Rinderbrust. „Die kann mal vier Stunden brauchen, aber auch mal zehn oder zwölf Stunden“, sagt Mike Gerardi. Den perfekten Garpunkt zu treffen ist eine Kunst, die längst nicht jeder beherrscht. Auch die Umgebungstemperatur spielt da übrigens eine Rolle.

Ein pikanter Käsekuchen zum Nachtisch

Team ThomaHawk Bar-B-Que grillt sein Brisket „hot and fast“, also heiß und schnell, wie Little Hawk Blackburn sagt. Seit 2007 lebt der Amerikaner inzwischen in Deutschland, in Bielefeld. „Die Liebe hat mich hergezogen“, verrät der gelernte Koch am Rande. Für die Nachspeise, die den Kategorie-Namen „Chef’s Choice“ trägt, hat er sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: einen pikanten Käsekuchen. Moment – Kuchen vom Grill? „Das geht gut. Alles, was man in der Küche machen kann, ist auch auf dem Grill möglich“, versichert Blackburn, der bereits zum zweiten Mal bei der Grill-EM in Waltrop antritt. Sein bestes Ergebnis: Platz vier in der Kategorie „Sausage“ (Würstchen). Nicht weniger wichtig bei der EM ist das Anrichten. Denn: Das Auge isst bekanntlich mit. „Mach das schön ordentlich“, fordert Blackburn Mike Gerardi auf, der gerade die köstlichen Rippchen auf ein Salatbett legt. Ein Klecks Marinade auf dem Tellerrand? Das käme für die Griller-Seele einer Katastrophe gleich. Punktabzüge, die es zu verhindern gilt.

Am Ende entscheidet die Jury, welches Team in welcher Kategorie gewinnt (wir berichten noch). Für Little Hawk Blackburn steht auf jeden Fall eines fest: „Jedes Team hier macht richtig gutes Barbecue!“

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