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Ein kleiner Pieks unter die Haut (nicht zwangsläufig in den Muskel) sorgt schon für einen Grippe-Impfschutz. Dr. Hermann Geldmann hat reichlich Spritzen vorrätig.

Grippe-Impfung

Neuer Impfstoff ist jetzt bei den Hausärzten

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Waltrop - Der neue Grippe-Impfstoff ist bei den Hausärzten angekommen. Dr. Hermann Geldmann erklärt, warum dieser besser ist als sein Vorgänger.

Trotz der Milliarden-Überschüsse auf den Konten der Krankenkassen durften die Hausärzte im vergangenen Jahr nur in begründeten Ausnahmefällen den hochwertigeren Impfstoff gegen die „echte“ Grippe (Influenza) spritzen, der Schutz gegen vier statt gegen nur drei Erregerstämme bietet. Eine Frage des Geldes, wenngleich das aus medizinischer Sicht regelrecht „absurd“ war, wie der Waltroper Hausarzt Dr. Hermann Geldmann sagt. „Wovon reden wir denn hier?“, fragt Geldmann rückblickend. Eine Spritze des Vierer-Impfstoffes koste 11,80 Euro, eine Spritze des Dreiers etwa zehn Euro. Und dennoch haben sich die Krankenkassen eine ganze Zeit lang geweigert, so Geldmann, den hochwertigeren Impfstoff verwenden zu lassen.

30.000 zusätzliche Todesfälle

Das Ergebnis war erschreckend: Über 30.000 zusätzliche Todesfälle zählte die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die wahrscheinlich auf Influenza zurückzuführen waren. Zumal unter den Verstorbenen im vergangenen Jahr ungewöhnlicherweise „relativ viele junge Menschen“ waren, weiß Dr. Geldmann. „Meistens sterben an Influenza ältere Menschen mit Vorerkrankung und keine jungen Leute.“

Impfstoff freigegeben

Weil die Datenlage erdrückend war, haben die Krankenkassen in diesem Jahr nachgegeben und von vornherein den Impfstoff freigegeben, der gegen vier Erregerstämme schützt. Diese Stämme kommen jeweils aus den zwei großen Familien; A und B. Aus den Namen dieser Stämme ist abzuleiten, wo sich die Erreger entwickelt haben. Die aktuelle Impfung schützt gegen die Stämme Michigan (A) und Singapur (A) sowie Colorado (B) und Phuket (B).

Ab 55 Jahren empfehlenswert

Dass es gerade für ältere Menschen sinnvoll ist, sich impfen zu lassen, davon ist Dr. Geldmann überzeugt. „Wir empfehlen hier eigentlich jedem ab 55 Jahren, sich impfen zu lassen“, sagt der Arzt, der auch selbst gegen die Influenza geimpft ist. Seiner jahrzehntelangen Erfahrung nach ist die Impfung „gut verträglich“, schwerwiegende Nebenwirkungen wie Nervenentzündungen seien äußerst selten (Quote: weniger als 1:10.000). „Der Arm kann mal ein bisschen weh tun oder man kann zwei, drei Tage lang selbst grippeähnliche Symptome bekommen“, sagt Geldmann. All das sei nicht weiter schlimm, der anschließende Schutz deutlich wichtiger.

Schutzwall aufgebaut

Und: Wer sich gar regelmäßig impfen lässt, hat einen weiteren Vorteil: Der Körper baut einen vielfältigeren Schutzwall gegen Grippe-Erreger auf. Denn: „Grippe-Viren sind kleine Ferkel, die sich immer wieder gegenseitig austauschen“, erklärt Geldmann. Die Folge: Sie werden resistenter und entwickeln sich neu. Abhilfe verschafft die Grippe-Impfung.

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