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Das Schwimmbecken im Bürgerbad.

Große Sorgen

Der Bürgerbadverein ist "an der untersten Grenze" angekommen

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Waltrop - Jeder Bürger soll in Waltrop wieder schwimmen gehen können – mit diesem selbst gesteckten Auftrag war der Bürgerbadverein 2012 angetreten. Zunächst klappte das auch ganz gut: Die Nachfrage stimmte, bis zu 80 Badegäste kamen zu jedem Schwimm-Termin. Die Mitgliederzahl stieg auf weit über 200. Knapp sieben Jahre später ist davon nicht viel übrig. Der Fortbestand des Vereins – arg gefährdet.

Nun ist auch noch der Vorstand um zwei Mitglieder geschrumpft. Somit hält lediglich noch ein dreiköpfiges Team das Vereinsfähnchen über Wasser. „Wir haben jetzt die unterste Grenze erreicht“, fasst Vorsitzender Dieter Wiede zusammen. Er ist gemeinsam mit seinem Vize Jürgen Weber und Michael Böhm einer derjenigen, die sich noch aktiv engagieren.

Auf der jüngsten Jahreshauptversammlung bei Kranefoer haben Kassiererin Regina Schläfke und Bettina Keil ihre Vorstandsämter aus persönlichen Gründen schweren Herzens zur Verfügung gestellt. Doch: Niemand der 19 Anwesenden wollte ein Amt übernehmen.

Es klafft eine Lücke

Ein Problem, das sich seit mittlerweile über drei Jahren durchzieht. Die Bereitschaft, sich im und für den Bürgerbadverein zu engagieren, geht stark zurück. Das ist auch an den Mitgliederzahlen ablesbar: 190 waren es noch im vergangenen Jahr, ganz aktuell präsentiert Dieter Wiede die Zahl 156 als Stand der Dinge. Viel besser sieht es auch bei den Badegästen nicht aus. Jeden Mittwoch ist von 18 bis 21 Uhr öffentliches Schwimmen. Doch die letzten Wochen verliefen enttäuschend. „Da kamen jeweils nicht mehr als 14, 15 Leute“, sagt Wiede. Fernab der Frage, ob der Aufwand da noch gerechtfertigt ist, bleibt festzustellen: Zumindest der Ertrag steht in keinem Verhältnis dazu. Knapp 100 Euro Nutzungsgebühr zahlt der Verein für drei Schwimm-Stunden an die Stadt. Dazu kommt eine Aufwandsentschädigung für die Bad-Aufsicht und das Kassenpersonal. Dem gegenüber stehen Einnahmen von etwa 50 Euro. Wirtschaftlich ist das nicht.

Wer hilft?

Noch will der Bürgerbadverein aber nicht aufgeben. Er hofft auf mehr Mitglieder; vor allem solche, die aktiv mit anpacken. Suppe kochen beim Weihnachtsmarkt oder Waffeln backen – um den Verlust aus dem öffentlichen Schwimmen aufzufangen, engagiert sich der Verein bei verschiedenen Veranstaltungen. Doch auch hier gilt: „Am Ende sind es immer dieselben, die helfen“, sagt Dieter Wiede. Er weist noch einmal darauf hin: Ohne den Verein gebe es kein öffentliches Schwimmen mehr.

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