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Björn Jadzinski an seinem Arbeitsplatz.

Grundgesetz-Serie: Björn Jadzinski

Er hat die Arbeitnehmer-Interessen im Blick

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WALTROP - Es sind manchmal einzelne Persönlichkeiten, die die Haltung eines Menschen zu einer Sache nachhaltig prägen. Für Björn Jadzinski war der langjährige Waltroper DGB-Sprecher Gregor Spychalla so eine Persönlichkeit.

Wenn Spychalla von seiner Zeit als Betriebsrat bei Hoesch erzählte, hat das den heute 33-Jährigen schon in jungen Jahren nachhaltig beeindruckt – lange bevor Jadzinski selbst seine erste Stelle zum Broterwerb antrat und obwohl Spychallas Montan-Branche im Aussterben war. Der Wert, gemeinsam etwas für die Arbeitnehmerinteressen erreichen zu können, faszinierte ihn. Er wurde selbst Gewerkschaftsmitglied, nahm früh an Mai-Kundgebungen teil. Mehr denn je setzt sich Jadzinski, bekennender „Fan“ des Grundgesetzes, heute für Arbeitnehmer-Interessen ein – beruflich als Gewerkschaftssekretär bei Ver.di in Oberhausen, ehrenamtlich beim DGB in Waltrop. Und weiß dabei das Grundgesetz hinter sich. Das Wort „Gewerkschaften“ findet sich im Artikel 9 nicht, aber er meint genau die Gründung von Gewerkschaften – freilich auch das Recht der Gegenseite, der Arbeitnehmer, sich zu organisieren. Und das findet Björn Jadzinski im Grundsatz auch gut so.

Nicht irgendein "matschiges" Fachgesetz

Beruflich liegen seine Schwerpunkte in den Branchen Gesundheit, Soziales, Wohlfahrt und Kirche. Wenn er kleine Betriebe aus der Gesundheitsbranche besucht, hört er häufig, man könne doch die Interessen der Arbeitnehmer dort gar nicht organisiert vertreten – dafür sei der Betrieb viel zu klein. „Dann sage ich immer: Doch, das steht im Grundgesetz!“, sagt Jadzinski. Und das verfehlt den Effekt nicht: Das Grundgesetz hat ein anderes Gewicht, einen anderen Klang als irgendein „matschiges“ Fachgesetz, wie es Jadzinski formuliert. „Für viele ist das Grundgesetz fast ein heiliges Buch.“

"Jünger und weiblicher"

Und wie steht es nach Jadzinskis Wahrnehmung heute konkret um die Gewerkschaften? Vielleicht überraschend: Gerade in dem Bereich, den er beruflich verantwortet, wird die Mitgliedschaft „jünger und weiblicher“. Das ergibt sich daraus, dass die Pflegebranche wächst – und in diesem Bereich arbeiten eben vielfach jüngere Frauen.

Günstiger Rechtsschutz

Der Waltroper macht sich dennoch keine Illusionen: Für viele sei die Gewerkschafts-Mitgliedschaft zunächst einmal „eine günstige Form der Rechtsschutzversicherung“. Schwieriger ist es, Menschen für ehrenamtliche Mitarbeit zu begeistern. Aber immerhin gebe es da jetzt auf Ortsebene zwei junge Hoffnungsträger.

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