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Im Stadtpark wird der Farb-Asphalt aufgetragen.

Heller Asphalt für den Park

Geschmeidige Kurven und unverbesserliche Menschen

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Waltrop - Seit Mittwochmittag werden die Wege im Moselbachpark in einem außergewöhnlichen Farbton asphaltiert. Der ist teuerer und empfindlicher als normaler, macht aber auch mehr her. Die Stadtverwaltung ist jedenfalls sehr zufrieden mit der Arbeit, die die Baufirmen im Park abliefern.

Man traute seinen Augen nicht, als am Nachmittag beim Pressetermin im Park ein junger Mann auf dem Fahrrad mit Handy am Ohr völlig sorglos über die noch warme Asphaltdecke fuhr. Einen Anpfiff später durch Bauleiter Christoph Zimmer (Gala-Bau Kramer Waltrop) machte sich der Radler kommentarlos vom Acker und die schwere Walze erneut auf den Weg, die Spuren zu beseitigen. Unnötig. Aber längst nicht jeder hält sich eben an die Absperr-Schilder, die im ganzen Park verteilt sind. Dabei ist genau das wichtig, weil der hell-beige Asphalt gerade in der Abkühlphase besonders empfindlich ist. Die Temperatur beim Aufbringen: 163 Grad Celsius.

Über 9000 m² neue Wege

1,12 Millionen Euro investiert die Stadt in den Ausbau der Wege des Moselbachparks. 3000 m² helles Pflaster werden flankiert von rund 6100 m² Farb-Asphalt, der die Hauptwege zu echten Hinguckern macht. „Sowas gibt’s bei uns in der Stadt noch gar nicht“, sagt Michaela Heßelmann, die das Projekt für die Stadt federführend betreut. Dass der helle Asphalt etwa doppelt so teuer wie herkömmlicher ist, und dabei auch noch empfindlicher, möchte Michaela Heßelmann einordnen. „Viele sagen: Was gönnt ihr euch hier für einen Luxus. Das ist es aber nicht.“ Denn tatsächlich wird ein Großteil der Kosten aus dem Fördertopf „Zukunft Stadtgrün“ gezahlt. Und ein Förderkriterium sei eben gewesen, so Heßelmann, besondere, außergewöhnliche Projekte zu verwirklichen. „Das geht nur mit gestalterischen Kniffen“, sagt sie. Die Farb-Wahl des Asphalts sei einer.

Dreieinhalb Zentimeter dicke Schicht

Dreieinhalb Zentimeter dick ist die Deckschicht, die Mahmout Aydin (Straßenbau Kramer Dortmund) und sein Team am Mittwoch bereits auf der Süd-Seite zum Ostring hin auf die Tragschicht aufgebracht haben. „Ich achte dabei besonders auf geschmeidige Kurven“, sagt der Experte. Sein Unternehmen arbeitet mit dem Waltroper Gala-Bauer regelmäßig zusammen, die Namensgleichheit ist aber Zufall.

Um den hellen Asphalt aufzubringen, ist Mahmout Aydin mit einer brandneuen Asphaltmaschine nach Waltrop gekommen. „Sonst würde es Verfärbungen geben“, erklärt der Profi. Derartige Baustellen sind auch für ihn etwas Besonderes. In dieser Größenordnung, schätzt Aydin, mache er vielleicht alle zehn Jahre etwas mit Farb-Asphalt.

Parkfest ist der Stresstest

Während an 362 Tagen im Jahr der Stadtpark nur von Fußgängern, Radfahrern und Inlineskatern genutzt wird, gibt es mit dem Parkfest ein Großereignis, bei dem die neuen Wege extrem beansprucht werden. Tonnenschwere Lkw fahren dann durch den Park, drehen und manövrieren dort. Ein echter Stresstest für die helle Decke. „Mit dem Schwerlastverkehr sorgen wir uns schon ein bisschen“, sagt Michaela Heßelmann. Allerdings: Man kann den Asphalt reinigen. Oberflächlicher Schmutz sollte mit der Kehrmaschine zu beseitigen sein. „Wir sind da auch in Gesprächen mit der Firma Kramer“, versichert Heßelmann, die für die Zusammenarbeit nur lobende Worte übrig hat. „Das klappt sehr gut.“ Auch die wetterbedingte Verzögerung zu Jahresbeginn hätte man längst wieder aufgeholt.

Bis Freitagabend soll der Farb-Asphalt auf allen Wegen liegen. Ein paar Pflaster-Arbeiten stehen dann noch an, bevor spätestens Mitte Juli die 54 neuen Lampen im Park installiert werden. Darüber berichten wir morgen.

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