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Michael Kampmann, Kathrin Jewanski, Björn Jadzinski und Monya Buß (v. li.) präsentieren an der „Wunderbar“ eine Auswahl der vielen Biere, die auf ihrer Probier-Liste stehen.

Heute: "Tag des Bieres"

Qualitäts-Gebräu abseits des Massengeschmacks

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Waltrop - Der heutige Freitag ist „Tag des Bieres“: Eine Gruppe junger Waltroper probiert regelmäßig Spezialitäten – und Hubert Brüggemann braut selbst. Der 77-Jährige führt uns ein in die Geheimnisse des Bierbrauens.

Ein fruchtiges India Pale Ale, ein reichhaltiges Stout oder auch mal ein ganz klassisches Dortmunder Pils – ein Quartett von jungen Waltropern trifft sich regelmäßig privat, um Bier-Spezialitäten zu probieren. Björn Jadzinski, Kathrin Jewanski, Monya Buß und Michael Kampmann sind Freunde der „Hopfen-Explosion“ im Mund, wie Jadzinski formuliert. Zum „Internationalen Tag des Bieres“ erzählen sie von ihrem Hobby.

Zu den Probier-Runden bringt jeder Flaschen mit. Bekannte und Verwandte werden gebeten, Bier-Spezialitäten mitzubringen, wenn sie in Urlaub fahren. Verkostet wird dann auch mal „blind“, und manchmal erlebt man Überraschungen. Ein „Ritter Pils“ aus Dortmund schnitt erstaunlich gut ab. Auch was den Alkoholgehalt angeht, vertut man sich manchmal. Kathrin Jewanski kannte den Alkoholgehalt eines Bieres, ließ die anderen schätzen. Ein Tipp lautete, es sei vielleicht alkoholfrei. Falsch. In Wahrheit hatte es satte zehn Volumenprozent Alkohol.

Beim Stout scheiden sich die Meinungen

Kathrin Jewanski hat auch die schwierige Aufgabe, die mitunter unterschiedlichen Meinungen der Teilnehmer als Verkostungsnotiz zusammenzufassen. Aber ist ein Stout denn nun eher köstlich, wie Michael Kampmann zu sagen geneigt ist? Oder ganz und gar nicht, was tendenziell die Meinung von Monya Buß über das obergärige schwarze Bier mit der typischen cremefarbenen Schaumkrone ist? „Wir küren auch immer eine Niete des Tages“, sagt Björn Jadzinski. „Das ist häufiger mal ein Kölsch.“ Und da ist man sich häufiger auch mal einig.

Qualitätsbier trinken und bewerten ist das eine, selbst welches brauen das andere. Hubert Brüggemann tut Letzteres auf seinem Hof an der Arenbergstraße seit vielen Jahren. Dazu gekommen ist er durch einen VHS-Kurs mit „Bier-Professor“ Josef Kwiatkowski aus Oer-Erkenschwick. Ober- oder untergärig, hell oder dunkel – Brüggemann ist beim Brauen flexibel. Wenn eine besondere Festivität ansteht oder er einfach Lust hat, wirft er seine Brau-Apparate an. Beim „Stiftungsbräu“, das regelmäßig zum Stiftungsfest des Männerwerks von St. Ludgerus entsteht, kommt ein traditionelles, dunkles Bier gut an.

Zutaten aus dem Internet

Die Zutaten für sein Bier, das selbstverständlich nach dem Reinheitsgebot entsteht? „Bekomme ich im Internet“, sagt der 77-jährige ehemalige Elektrosteiger lachend. Hopfensorten aus aller Welt gibt es dort zuhauf und Fans von echtem Qualitätsbier reicht eben nicht nur eine Sorte Bitterhopfen in ihrem Gebräu, wie das bei großen Industriebieren üblich ist. Brüggemann zeigt eine Tüte mit Aroma-Hopfen in Pellet-Form, der in seinem nächsten Bier Verwendung finden dürfte. Aber nicht als einziger: „Drei, vier verschiedene Sorten werde ich wohl nehmen.“ Das macht das Bier geschmacksintensiver, kein Vergleich zu austauschbaren Massenbieren aus dem Supermarkt. Zitrusaromen im Bier sind zum Beispiel zurzeit sehr „in“.

Eine echte Waltroper Spezialität

Auch die Hefe hat er aus dem Netz besorgt. Eine kleine Tüte, die aussieht wie eine Badezusatz-Probe aus der Apotheke, reiche für 50 Liter Bier, erzählt Brüggemann. Weitere Zutat: das Malz. Vor Jahren hatte er mal über ein paar Ecken Kontakt zu einer Mälzerei in Gelsenkirchen. Er fuhr mit seinem Schwager hin, wollte sich für seinen Hausbrauer-Bedarf eine Ration besorgen. „Wir wurde gefragt, wo denn unser Lkw geparkt sei“, erzählt er lachend. Man glaubte, er komme von einer Großbrauerei. Nein, ein Massenprodukt sind die Biere von der Arenbergstraße nicht. Aber eine echte Waltroper Spezialität.

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