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Racheaktion gegen die Hundehäuffchen-Plakate: Ein verärgerter Bürger hängte einen Hundekotbeutel an eine leere Plakatwand.

Hundehäuffchen-Plakate

Unverständnis trifft Racheaktion

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WALTROP - Hundehalter reagieren genervt auf die Plakate. Andere Lösungen wären sinnvoller gewesen, sagen sie.

den Sprüchen „Kot tut hier nicht Not“ und „Achtung böse Minen“ nichts abgewinnen. Es sind Botschaften, die Hundebesitzer dazu bewegen sollen, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere aufzusammeln und im Mülleimer zu entsorgen. Zu bewegen scheint es viele Herrchen und Frauchen jedoch vor allem zu einem: Protest.

Eine Frechheit!

Jochem Bernhardt ist verärgert. „Das ist eine Frechheit, solche Plakate aufzustellen“, findet der Waltroper. Vermehrt meldeten sich in den vergangenen Tagen Leser in unserer Redaktion, die ins gleiche Horn bliesen: Die Plakate seien Schikane. Dabei hat Jochem Bernhardt, der selbst Hundebesitzer ist, eine ganze Liste von Kritikpunkten, die ihn auf die Palme bringen: „Nutzen Sie die bereit gestellten Kot-Beutel und Mülleimer“, stünde auf den Plakaten, zitiert Bernhardt. „Da frage ich mich, wo es denn diese zahlreichen Kot-Beutel und Mülleimer gibt?“ Man müsse doch zunächst Mal genügend Möglichkeiten schaffen, bevor man solche Plakate aufhängt, sagt Bernhardt. Freilich ist er grundsätzlich auch der Meinung, dass jeder Hundebesitzer die Häufchen seiner Tiere wegzumachen hat. „Natürlich gibt es genügend Idioten, die das nicht tun. Aber die wird man durch solche Plakate nicht ändern.“

"Das Geld hätte man lieber spenden sollen"

1500 Euro – so viel hat, wie berichtet, der Druck der 220 bunten Plakate gekostet. Der Ver- und Entsorgungsbetrieb, so hatte dessen Leiter Bernd Funke im Gespräch mit unserer Redaktion bereits vor einigen Tagen gesagt, übernehme das Plakatieren in Eigenregie. Zusätzliche Kosten würden also nicht anfallen. „Das stimmt nicht“, hält nun Jochem Bernhardt dagegen. „Die Mitarbeiter machen das doch nicht in ihrer Freizeit, sondern in der normalen Arbeitszeit.“ Man müsse die Arbeitsstunden hier mit einrechnen, findet er. „Das Geld hätte man lieber dem Tierheim spenden können – da wird es nämlich dringend gebraucht“. Unterm Strich steht für Jochem Bernhardt fest: Das ist eine „unüberlegte Aktion“ und die „reinste Geldverschwendung“. „Wieso gehen die Leute nicht mal durch den Park, sprechen die Hundehalter persönlich an und geben ihnen zum Beispiel einen Kotbeutel in die Hand?“, fragt Bernhardt.

V+E widerspricht Kritik

Auch mit Bernd Funke hat Jochem Bernhardt bereits den Kontakt gesucht. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagt der V+E-Chef, dass er für konstruktive Kritik immer offen sei. Was er aber nicht im Raum stehen lassen wolle, sei der Vorwurf, dass seine Mitarbeiter in der Grünpflege ihrem Job nicht nachkämen. „Auch diese Kritik hat es gegeben“, so Funke, der sich auch zum Unmut des Jochem Bernhardt äußert.

Sechs neue Mülleimer

So habe der V+E bereits sechs neue Mülleimer aufgestellt, etwa noch einmal so viele sollen noch folgen. Dass seine Mitarbeiter die Plakate während ihrer Dienstzeit aufgestellt haben, sei auch richtig. „Das haben wir während unserer ganz normalen Müll-Tour gemacht.“

Racheaktionen

Funke berichtet unterdessen von Vorfällen, die wohl als Racheaktionen verärgerter Hundehalter zu interpretieren sind. Plakate wurden abgerissen, dafür volle Häufchen-Beutel als Überraschung an Plakat-Ständer und auf Mülleimer drapiert. Unappetitlich. Geplant sei es eigentlich gewesen, die Plakat-Aktion kurz vor Weihnachten zu beenden und im Frühjahr zu wiederholen. „Ob wir das noch tun, müssen wir in Ruhe mit dem Ordnungsamt besprechen“, sagt Bernd Funke.

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