Vor 200 Jahren "erfunden"

Das Sparbuch stirbt nicht aus

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WALTROP - Das Sparbuch ist in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden. Der erste Hinweis auf die Ausgabe von Sparkassenbüchern findet sich in einem Bericht des Rendanten (Zahlmeisters) der am 15. Juni 1818 gegründeten Stadtsparkasse Berlin. Auch in Waltrop bleibt das Sparbuch beliebt.

„Auch im kommenden Jahr werden sich am 2. Januar wieder lange Schlangen an den Schaltern bilden – von Kunden, die ihre Zinsen nachtragen lassen wollen“, sagt Sparkassen-Geschäftsstellenleiter Gerald Hövener. Natürlich gibt es keine Notwendigkeit, gleich zum Jahresanfang dafür zur Bank zu gehen – das Geld ist ja nicht „weg“, wenn man es nicht tut. Aber das ist gerade bei Älteren eben einfach so üblich.

"Instrument der Kundenbindung"

Aber apropos Zinsen: Ergibt es heutzutage überhaupt noch Sinn, ein Sparbuch zu eröffnen – Stichwort Nullzins? Viele Bankkunden sehen das offenbar so. Trotz der extrem niedrigen Verzinsung liegen 511,8 Milliarden Euro auf deutschen Sparbüchern, wie die Deutsche Bundesbank ermittelt hat. Das Thema „Sicherheit“ spielt für viele eine große Rolle. Vielfach wird das Sparbuch im Safe in der Bank aufbewahrt. Nicht nur die Älteren finden Sparbücher weiterhin attraktiv, sagt Sparkassen-Marktbereichsdirektor Erich Holzinger, der weiß, dass die Eröffnung eines solchen Buches als Geschenk zur Geburt, zur Kommunion oder Konfirmation immer noch hoch im Kurs liegt. „Und für uns ist das Sparbuch ein Instrument der Kundenbindung.“

"Jeanssparen" bringt noch Zinsen

Der Waltroper Volksbank-Vorstand Gregor Mersmann kann bestätigen, dass das Sparbuch nicht ausstirbt – trotz Nullzinses gibt es weiterhin rund 35.000 Sparkonten bei der Volksbank Waltrop. Über viele Jahre habe man bei den Zinssätzen nach Kundengruppen differenziert. „Die Zinsen aufs normale Sparbuch liegen bei uns zurzeit bei null Prozent, aber fürs sogenannte Jeanssparen für junge Kunden gibt es immer noch eine – wenn auch ganz minimale – Verzinsung.“ Ähnlich ist es bei der Sparkasse. Es geht um denselben pädagogischen Effekt, den Sparkasse und Volksbank den Kunden auch am Weltspartag vermitteln wollen: Man will schon früh die Erfahrung weitergeben, dass sich das Sparen lohnt, wenngleich Mersmann erwachsenen Kunden nahelegt, über andere Formen als das Sparbuch und eine Streuung der Anlageformen nachzudenken.

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