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Die Recklinghäuser Straße in Oberwiese: Hier hat schon seit vielen Monaten kein Bus mehr gehalten.

Kein (Schul)Bus

Oberwiese - ein fast vergessener Stadtteil

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Waltrop - Wegen der Brückensperrung ist Oberwiese auch vom Busverkehr abgeschnitten. Eltern wünschen sich derweil einen Schulbus in die Innenstadt. Doch wo soll der überhaupt herfahren?

Das Hinweisschild an der Haltestelle „Oberwiese“ hängt dort seit Sommer 2017. Wegen der Brücken-Baustelle, heißt es darauf, werde diese Haltestelle zum 7. August 2017 aufgehoben. Nächste Haltestelle: Franzstraße. Das hätte man sich beim Nahverkehrsunternehmen auch nicht gedacht, dass das Schild auch 20 Monate später immer noch aktuell ist. Zwischen der Einmündung Löringhofstraße und dem Hebewerk fährt weiterhin kein Bus, weil die Brückenbaustelle zur unendlichen Geschichte wurde. Die großräumige Umleitung führt weiterhin über Datteln.

Ein Schulbus in die Innenstadt

Unterdessen wünschen sich Eltern von Schulkindern aus Oberwiese, die von Waltrop aus betrachtet jenseits der Brücke wohnen, dass es einen Schulbus von dort in die Innenstadt geben soll, wo die Kinder die Grundschulen besuchen. Einen solchen Schulbus gab es vor vielen Jahren mal, er wurde aber längst mangels Bedarf eingestellt. Inzwischen aber, so argumentiert Nadine Sawalies, habe sich die Sachlage geändert. Es gebe in Oberwiese wieder viele junge Familien, deren Kinder jetzt und in Zukunft eine solche Busverbindung in Anspruch nehmen würden.

In Oberwiese kursiert eine Unterschriftenliste, mit der sich Eltern für einen Schulbus einsetzen wollen. Es stellt sich allerdings die Frage, wo der Bus herfahren soll: Dass er den Feldweg über den Felling nutzt, ist kaum vorstellbar. Und ansonsten käme auch nur der weite Weg über Datteln infrage, was unter anderem bedeuten würde, dass die Kinder deutlich früher aus den Federn müssten.

Grundschule jenseits der Stadtgrenze

Doch grundsätzlich halten die Oberwieser Eltern an ihrer Idee fest: Etwa die Hälfte der Kinder aus der Siedlung, so berichtet Nadine Sawalies, gingen nicht in Waltrop zur Grundschule, sondern jenseits der Stadtgrenze in Henrichenburg in die Schule „Alter Garten“ – dorthin fährt ein Schulbus, was für manchen ein Argument für die Schulwahl sei. „Aber die Stadt Waltrop sollte doch ein Interesse daran haben, dass Waltroper Kinder auch Waltroper Schulen besuchen“, meint die Mutter von Hanna (8), die in die dritte Klasse der Galenschule geht. Im Moment fahren die Eltern sie zur Schule – jeden Tag über den rumpeligen Felling. Als selbst der nicht für den allgemeinen Verkehr freigegeben war, hatte sich Nadine Sawalies mit einer Protest-E-Mail an die Stadt gewandt. Immerhin steht der Felling jetzt jedermann als Umleitungsstrecke zur Verfügung, aber angesichts des schlechten Zustands und wegen häufigen Gegenverkehrs geht es dort nur langsam voran.

Auch für den ÖPNV gibt es Bürger-Ideen

Unterdessen haben Bürger sich jüngst im Rats-Fachausschuss zu Wort gemeldet, als die Brückensperrung Thema war. Sie wollen, dass die Stadt erreicht, dass der reguläre Linienbus nicht am Löringhof Richtung Datteln abbiegt, sondern trotz Brückensperrung weiter in Richtung Oberwiese fährt und vor der Baustelle wendet. Gleiches auf der anderen Seite: Dort soll er von der Lukaskreuzung weiter bis kurz vor die Baustelle fahren und auf dem Parkplatz beim Café Kortmann wenden. Die Stadtverwaltung sagte zu, mit der Vestischen darüber zu reden.

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