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Ein Bild aus dem Archiv: Polizeibeamte nahmen nach dem Überfall Zeugenaussagen vor dem Aldi-Markt auf.

Keine stichhaltigen Beweise

Freispruch: Aldi-Überfall bleibt vorerst ungeklärt

Waltrop - Der bewaffnete Raubüberfall auf die Aldi-Filiale „Am Schwarzbach“ in Waltrop bleibt weiterhin ein unaufgeklärter Kriminalfall. Knapp zwei Jahre nach dem Coup wurde mit einem 24-jährigen Dattelner der zuletzt einzige Verdächtige am Essener Landgericht freigesprochen – die Suche nach den tatsächlichen Tätern bekam allerdings Rückenwind.

Wie berichtet, hatte der Angeklagte gleich zu Prozessbeginn vor der 17. Strafkammer vehement seine Unschuld beteuert und erklärt: „Ich habe mit dem Überfall nichts zu tun. Leute mit Waffen bedrohen und fesseln: So etwas würde ich niemals machen.“ Obwohl er von einem Zeugen im Prozess als einer von zwei Tätern belastet worden war, reichten den Essener Richtern die Beweise am Ende nicht für eine Verurteilung mit der erforderlichen sicheren Überzeugung aus. Die Richter würdigten dabei insbesondere, dass der Belastungszeuge auch schon selbst als einer der mutmaßlichen „Aldi-Räuber“ vor Gericht gestanden hatte und letztlich (ebenfalls) aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden war.

Geprahlt mit der Tat?

Die übrigen Vorwürfe in Richtung des Dattelners waren laut Urteil allesamt nicht stichhaltig. Die Anschuldigungen beruhten auf „Hören-Sagen“. Unter anderem hatte eine Ex-Freundin des 24-Jährigen seinerzeit bei der Polizei ausgesagt, dass bereits eine Stunde nach dem Raubüberfall in Waltrop in einer Kneipe laut gemunkelt worden sei, dass ja wohl nur der Angeklagte der Täter gewesen sein könnte. Außerdem war im Nachhinein im Bochumer Gefängnis das Gerücht herumgegangen, dass der 24-Jährige dort einem Mitinsassen die Tat vermeintlich anvertraut haben soll.

Bei dem Raubüberfall auf die Waltroper Discounter-Filiale waren am 20. April 2017 gegen 19.57 Uhr zwei maskierte, mit Schlagstock und Schwert bewaffnete Täter in die Geschäftsräume gestürmt, hatten zwei Mitarbeiter bedroht und 4000 Euro erbeutet. Auf der Flucht waren die Täter laut Staatsanwaltschaft über die Dortmunder Straße gerannt und hatten später drei sogenannte „Hartgeld-Packs“ mit insgesamt 900 Euro verloren.

Dattelner belastet drei Männer

Mit Blick auf die Suche nach den „Aldi-Räubern“ erhielten die Richter einen Hinweis vom Angeklagten. Der 24-Jährige nannte ihnen zwei Namen von Männern, gegen die nun Ermittlungen aufgenommen werden dürften. Außerdem belastete der freigesprochene Dattelner einen „Russen mit Hasenscharte“ als Täter eines Raubüberfalls auf ein Restaurant in Recklinghausen.

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