Komplizen gedeckt

Beil-Überfall: Angeklagte legen Geständnis ab

Waltrop - Im Prozess um den brutalen Beil-Überfall auf einen Hausbesitzer unweit vom Zechenwald haben die zwei Angeklagten am Mittwoch ihr Schweigen gebrochen. Das Duo gab zu, an der Albtraum-Tat beteiligt gewesen zu sein – die Frau als Verräterin und getarnter Gast, der Mann als Chauffeur.

„Es ist richtig, dass ich die Täter in die Wohnung gelassen habe. Ich wusste auch, dass der Mann ausgeraubt werden sollte“, hieß es in einer von Verteidiger Ralf Bleicher im Namen der Waltroperin verlesenen Erklärung. Die 29-Jährige kannte das spätere Opfer gut, wusste um seine – zuletzt durch einen lukrativen Geldgewinn aufpolierte – Vermögenssituation. Nach ihrem Geständnis steht jetzt auch fest: Am 18. Juni 2012 hatte sie sich ganz gezielt als Gast in das Haus „eingeschleust“.

Angeklagte decken ihre Komplizen

Auch der mitangeklagte Waltroper ließ am Bochumer Landgericht ausschließlich seinen Anwalt sprechen. „Ja, ich habe die drei Täter zu dem Haus gefahren und abgesetzt“, erklärte Verteidiger Henry Alternberg im Namen des 30-Jährigen. An dem Blitzüberfall selbst wollen beide Angeklagte nicht aktiv beteiligt gewesen sein. Die Namen der wahren Täter verrieten sie nicht.

Laut Anklage war ein 32-jähriger Mann gegen Mitternacht in seinem Haus von vier vermummten Tätern überwältigt, mit Knüppeln zusammengeschlagen und mit Klebeband gefesselt worden. Bevor die vier Maskenmänner mit 500 Euro Beute flohen, hielten sie ihm angeblich sogar ein Beil ans Bein und drohten sinngemäß: Geld her oder wir hacken das Bein ab.

Bewährungsstrafen möglich

Angesichts der mutmaßlich für sie „günstigen“ Beweislage (Hauptindiz war auffällig häufiger SMS-Kontakt zur Tatzeit) hatte das angeklagte Paar anfangs vor, schweigend auf einen Freispruch zu hoffen. Nach einem dringenden Appell von Richter Carsten Schwadrat („Wenn das Pokern schief geht, fahren Sie für mehrere Jahre ins Gefängnis ein“) gaben sie gestern auf.

Die Richter signalisierten daraufhin eine vergleichsweise milde Bestrafung, möglicherweise sogar noch Bewährungshaftstrafen. An den damals brutal zusammengeschlagenen Hausbesitzer, der im Prozess von der Waltroper Opferanwältin Jessica Grothe vertreten wird, müssten jedoch mindestens 5 000 Euro Schmerzensgeld gezahlt werden, so die Richter.

Der 32-Jährige soll nun am 28. Januar als Zeuge aussagen.

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