+
Die Räppler proben wieder. Foto: Gehrmann

Lärm oder Tradition?

Die Räppler sind nicht überall willkommen

  • schließen

WALTROP - Jahr für Jahr wird diskutiert: Ist das Räppeln Lärmbelästigung oder Traditionspflege? Jedenfalls begann jetzt das Üben.

Einmal im Jahr wird es richtig laut in Waltrops Straßen. Nämlich dann, wenn die Räppler durch die Straßen ziehen, um das Läuten der Kirchenglocken zu ersetzen. Dieser Brauch hat in Waltrop eine lange Tradition und wird in allen drei katholischen Gemeinden praktiziert. Von Karfreitag bis Karsamstag ziehen die Jugendlichen jeweils um 6 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr mit ihren markant schnarrenden Räppeln erst dreimal um die Kirche, bevor sie sich dann in kleine Gruppen aufteilen und durch die Straßen der Stadt gehen. Nicht überall sind sie willkommen, was sie besonders am Samstagnachmittag zu spüren bekommen, wenn sie von Tür zu Tür gehen, um Eier und Geldspenden für die Jugendarbeit zu sammeln. „Gewisse Straßen gehen wir gar nicht mehr an“, berichtet Kathrin Porsch, die für die Koordinierung der Räppler aus St. Peter verantwortlich ist. „Einige Leute beschweren sich oder beschimpfen die Kinder.“ Seit 15 Jahren ist Kathrin Porsch dabei, die von der einfachen Räpplerin schließlich bis zur Koordinatorin aufgestiegen ist und das Amt schließlich von Marcel Dieckmann übernommen hat.

Früher "anderer Stellenwert"

„Das Räppeln hatte früher einen ganz anderen Stellenwert“, ist sich Kathrin Porsch sicher. „Da waren die Räppelnachmittage immer ein ganz besonderes Ereignis.“ An diesem Nachmittag haben sich nur ein Dutzend Räppler eingefunden, um die Technik, den Rhythmus und das Taktgefühl zu probieren. „Insgesamt sind wir in diesem Jahr wohl über 60 Räppler. Wir suchen aber noch Helfer für die Sammlung am Karsamstag“, sagt Kathrin Porsch. Am Mittwoch vor Ostern werden dann die Gruppen eingeteilt, die durch die sieben Bezirke gehen. Etwa 30 Kilometer legt jeder Räppler während der zwei Tage zurück, ständig dabei die Räppel mit ihrem eigenwillig-durchdringenden Ton. Viele der Räppeln gehören der Gemeinde, doch einige sind auch in Privatbesitz. Man muss gut darauf aufpassen: „Es ist ganz schwer an eine neue Räppel zu kommen“, berichtet Kathrin Porsch. „Früher wurden sie von der Schreinerei Goer und Tigges angefertigt. Bis jetzt hat sich dafür leider noch kein Nachfolger gefunden.“ Und so hoffen die Räppler, dass alle Geräte auch in diesem Jahr heile bleiben, um dann im nächsten Jahr wieder eingesetzt zu werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Fotostrecke: 700 Feierwütige bei Hertens größtem Oktoberfest
Fotostrecke: 700 Feierwütige bei Hertens größtem Oktoberfest
Acht Verletzte - Polizeieinsatz bei Auswärtsspiel des SV Herta bei Westfalia Vinnum
Acht Verletzte - Polizeieinsatz bei Auswärtsspiel des SV Herta bei Westfalia Vinnum
Rechte Hetze auf Schlägel und Eisen in Herten - und eine ziemlich kreative Reaktion
Rechte Hetze auf Schlägel und Eisen in Herten - und eine ziemlich kreative Reaktion
Waltrop, Langendorf und der Schildbürgerstreich der Planungsbehörde
Waltrop, Langendorf und der Schildbürgerstreich der Planungsbehörde
Marl entdeckt seinen neuen Volkssport und der Gewinner trainiert beim Olympiasieger
Marl entdeckt seinen neuen Volkssport und der Gewinner trainiert beim Olympiasieger

Kommentare