+
Am Fuße des Spurwerkturms treffen sich die jungen Leute aus St. Marien zur Räppel-Probe.

St. Marien

Beim Räppeln ist der Rhythmus wichtig

  • schließen

WALTROP - Wer mittwochs und samstags am Nachmittag durchdringende Klacker-Geräusche auf dem Zechengelände hört, darf sich nicht wundern: Die Räppler aus St. Marien sind wieder unterwegs und üben für ihren Einsatz an den Ostertagen.

Woran erkennt man einen Räppler noch? An einem Handschuh! An der Hand, die die Kurbel des hölzernen Instruments bedient, bilden sich nämlich allzu schnell Blasen, und wer die vermeiden will, zieht einen Handschuh an.

Viele Altersgruppen

Das ist einer der Tricks, mit denen die älteren Räppler aus St. Marien die jüngeren versorgen. Moritz Witte (20) räppelt mittlerweile im neunten Jahr und findet es positiv, dass in St. Marien die Räppler aus ganz verschiedenen Altersgruppen kommen: „Da kann man etwas weitergeben!“ Neu dabei ist in diesem Jahr Charlotte Reinkober (8). Ihre Cousine und ihre Nachbarin Carolin Buxel sind schon länger beim Räppeln, als Sammelkind ist Charlotte auch schon mitgegangen, diesmal trägt sie selbst eine der Räppeln.

Echte Handarbeit

Die sind übrigens in Waltrop echte Handarbeit: Martin Brauckmann hat sie vor einigen Jahren angefertigt. Brauckmann habe lange Zeit die Räppler-Gruppe in St. Marien geleitet, erklärt Lukas Witte, der vor zwei Jahren mit Daniel Wißemann übernommen hat. Rekordartige 23 Jahre Räppelei habe Brauckmann vorgelegt, 14 hat Lukas Witte schon vorzuweisen…

In der katholischen Kirche läuten Gründonnerstag die Glocken zum letzten Mal vor Ostern. Die Glocken fliegen nach Rom, sagt man. Wo auch immer sie in dieser Zeit sind – „das Verstummen soll deutlich machen: Jesus leidet und stirbt. Und mit ihm ,stirbt’ das Schöne in der Welt – auch der Glockenklang“, wie es auf der Internetseite des Bistums Essen erklärt wird. Früher galt es, in der glockenlosen Zeit die Gläubigen wissen zu lassen, wann sie zum Gottesdienst müssen – deswegen wurde geräppelt. Diese Tradition wird in Waltrop noch heute aufrecht erhalten.

Zum Üben trifft sich die Gruppe nicht umsonst am Fuße der Halde auf dem ehemaligen Zechengelände: Das ist weitab vom Schuss, hier stört das Räppel-Geräusch nicht so sehr. „Auf den Rhythmus kommt es an“, erklärt Lukas Witte. Zweimal dreht man die Kurbel komplett herum, dann kommt eine kleine Pause, dann ein weiteres „Klack!“ Und damit das auch synchron erklingt, muss geübt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Autofahrer prallt auf A2 bei Recklinghausen in Sattelzug - Mitfahrer schwer verletzt
Autofahrer prallt auf A2 bei Recklinghausen in Sattelzug - Mitfahrer schwer verletzt
Schreie und Bisse: Junge Marlerin wehrt unsittliche Übergriffe ab - Täter ist auf der Flucht
Schreie und Bisse: Junge Marlerin wehrt unsittliche Übergriffe ab - Täter ist auf der Flucht
Betrugsverdacht im Reisebüro in Herten - So viele Anzeigen liegen jetzt vor
Betrugsverdacht im Reisebüro in Herten - So viele Anzeigen liegen jetzt vor
A43-Anschlussstelle in Marl nach Unfall wieder frei 
A43-Anschlussstelle in Marl nach Unfall wieder frei 
Schwerer Unfall auf A2 bei Recklinghausen, Frau durch KO-Tropfen betäubt
Schwerer Unfall auf A2 bei Recklinghausen, Frau durch KO-Tropfen betäubt

Kommentare