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Feldahorne sind neu auf dem Marktplatz in spezielle Pflanzbetten gesetzt worden.

Marktplatz-Umgestaltung

Bäume wurzeln im unterirdischen "Käfig"

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WALTROP. - Straßenbäume haben’s nicht leicht: Autos paffen direkt neben ihnen ihre Abgase in die Luft, Pflastersteine und Asphalt umgeben sie, die Wurzeln haben wenig Platz. Das ist bei den neuen Bäumen, die die Firma Boymann aus Dortmund diese Woche am Marktplatz eingepflanzt hat, etwas anders.

Die Wurzeln der neun neuen Bäume auf dem Marktplatz können sich in einem unterirdischen Käfig schön breitmachen. „Unterflur-Baumpflanzsystem“ heißen die Konstrukte, in denen die Feldahorne aufwachsen. Sie funktionieren so: Oberirdisch ist eine 1,50 mal 1,50 Meter große Baumscheibe zu sehen. Darunter, im Erdreich, ist eine Art Käfig angelegt, der 2,50 mal 2,50 Meter misst und 1,20 Meter tief ist. „Pro Baum entstehen sieben Kubikmeter durchwurzelbarer Raum“, erklärt Michaela Heßelmann, die bei der Stadtverwaltung für Grünflächen zuständig ist.

Ein unterirdisches Bett

Die Feldahorne stehen in ihrem „unterirdischen Bett“ auch nicht einfach in irgendeinem Boden, sondern sie wurzeln in Spezialsubstrat. Dessen Verhältnis aus organischen und mineralischen Substanzen ist extra auf die Bedürfnisse des Baumes abgestimmt. „Es gewährleistet, dass genug Luft im Wurzelraum ist“, erklärt Michaela Heßelmann.

Stress aushalten

Dass die Wahl auf Feldahorne fiel, hat einen Grund. „Wir ziehen da die Straßenbaumliste der Gartenamtsleiterkonferenz zurate“, so Michaela Heßelmann. Die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) ist ein Zusammenschluss der kommunalen Grünflächenverwaltungen, und sie hat eine Liste erstellt mit Bäumen, die besonders gut mit innerstädtischen Bedingungen klarkommen. Früher habe man vor allem darauf geachtet, heimische Bäume zu pflanzen, so Michaela Heßelmann. Heute schaue man vor allem darauf, dass die Bäume die verschiedenen Stressfaktoren aushalten: dass sie zur Not mit wenig Wasser auskommen, Strahlungshitze vertragen und in ihrem Wuchs für die Umgebung geeignet sind. Der Feldahorn zum Beispiel wird bis zu zwölf Meter hoch und hat einen eher schmalen Wuchs. Eine ausladende Krone würde ja nur bald wieder durch Gebäudewände ausgebremst.

Kosten

Gekostet haben die Baumstandorte – inklusive Baum, Pflanzsystem, Substrat, Arbeitslohn etc. – je gut 8000 Euro, sagt Michaela Heßelmann. Die Umgestaltung des Marktplatzes ist Teil des öffentlich geförderten Innenstadt-Konzepts und wird mit Städtebau-Mitteln finanziert. Zuvor standen am Marktplatz Linden. „Besonders gut ging’s denen zum Schluss aber nicht mehr“, so Heßelmann. Die Bäume konnten sich kaum weiterentwickeln, waren „vergreist“, wie der Fachmann sagt. Den neuen Feldahornen soll es nun besser gehen.

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