Nach Eltern-Protest

Fraktionen sagen Ja zur Übermittag-Betreuung

  • schließen

Waltrop - Viel spricht dafür, dass die Übermittag-Betreuung an den Waltroper Grundschul-Standorten nun doch weitergeführt wird. Jetzt sprechen sich CDU, FDP und Grüne in einem gemeinsamen Antrag dafür aus.

Die Fraktionen von CDU, FDP und Grünen beantragen gemeinsam, das Modell der Übermittagsbetreuung uneingeschränkt an allen vier Grundschul-Standorten beizubehalten und weiterzuführen.

„Obwohl eine Flexibilisierung in den OGS-Betrieb gekommen ist, müssen die Kinder immer noch an mindestens drei Tagen bis 15 Uhr dort bleiben. Als familienfreundliche Stadt ist es wichtig, die Bedürfnisse der Waltroper Elternschaft ernst zu nehmen und dementsprechend das Betreuungsangebot auch weiterzuführen und auszurichten. Dabei sollte auch eine standortübergreifende Regelung gewährleistet sein“, heißt es in dem Antrag der drei Fraktionen, den Theo Hemmerde (CDU), Dr. Heinz Josef Mußhoff (FDP) und Monya Buß (Grüne) unterschrieben haben. Er wird in der Ratssitzung (25. Oktober, 17 Uhr) behandelt.

Andere Städte, andere Abhol-Modelle

In angrenzenden Kommunen wie Datteln und Castrop-Rauxel, gebe es „seit Jahren neben der Offenen Ganztagsbetreuung an den Grundschulen andere flexible Modelle der Abholzeiten, die sich an der Arbeits- und Lebenswelt der Eltern orientieren“, heißt es in dem Antrag. Eine Sprecherin der Stadt Castrop-Rauxel sagte auf Anfrage allerdings, sie wisse in ihrer Stadt nur von einer liberalen Handhabung der Betreuungszeiten im Offenen Ganztag und keinen weiteren Betreuungsmodellen.

Hintergrund: Im Sommer 2016 war die Übermittag-Betreuung („Ümi“) als Alternative zur Betreuung in der Offenen Ganztags-Schule (OGS) in Waltrop eingeführt worden. Jetzt wollte die Stadtverwaltung das Angebot wieder abschaffen. Manchen Eltern passte das gar nicht, sie gaben ihren Unmut an die Ratsfraktionen weiter. „Wir nehmen das wahr, dass das Modell wichtig für Sie ist“, versprach Claudia Fischer, Schulausschuss-Vorsitzende und CDU-Ratsfrau, den Eltern schon im Fachausschuss. So kam nun offenbar der Antrag zustande. Grund für die Einführung der „Ümi“ war ursprünglich, dass vielen Eltern die Regeln für die Teilnahme an der OGS zu straff waren. Die werden allerdings, wie auch die Antragsteller einräumen, nach einem neuen Erlass des Landesministeriums jetzt flexibler gehandhabt.

SPD: Kostenfrage muss geklärt werden

SPD-Ratsherr Klaus Beie sagte auf Anfrage, es sei entgegen der Darstellung der CDU nicht so, dass die Genossen bei dem Thema noch „Beratungsbedarf“ hätten. Im Gegenteil – wäre es nach ihnen gegangen, so hätte man im Schulausschuss gleich entscheiden können. Wichtig für ihn sei, dass die Frage der Kosten, des Personals und des Trägers des Angebots geklärt werde.

Für den Waltroper Aufbruch hatte Dorothee Schomberg darauf hingewiesen, dass eine soziale Staffelung der Elternbeiträge für die „Ümi“ nicht, wie von der Stadtverwaltung dargestellt, unabdingbar sei. Es gebe hier einen Ermessensspielraum. Die Stadtverwaltung hatte gesagt, sie müsse eine solche Staffelung einführen und Gutverdienende dann stärker belasten. Die Frage sei, wie groß die Nachfrage dann noch sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare