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Veränderung der Attraktivität der Innenstadt als Einkaufsort aus Händler-Sicht.

Neues Einzelhandelskonzept

Für auswärtige Einkäufer ist Waltrop fast bedeutungslos

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Waltrop - Das neue Einzelhandelskonzept für die Stadt Waltrop gibt Anlass zur Sorge. In den vergangenen zehn Jahren haben 57 Betriebe – das sind satte 30 Prozent – aufgegeben und wurden ersatzlos geschlossen. Im Jahr 2018 gab hier es 126 Betriebe, 2008 noch 183. Ebenso hat sich die Verkaufsfläche um etwa 2320 m² verringert.

Zum Vergleich: Das ist in etwa die Größe, die der neue Edeka am Moselbach bekommen wird. Während die Eröffnung des Vollsortimenters eine gute Nachricht für den Einzelhandelsstandort Waltrop ist, bleibt eine Frage offen: Was passiert mit dem jetzigen Edeka-Markt? Dem Vernehmen nach sollen die Interessenten, die es gab (u.a. ein Drogeriemarkt), zurückgerudert sein.

Systemgastronomie am Markt?

Ebenso soll in dem Gebäudekomplex eine Systemgastronomie angesiedelt werden – mit Außenanlage. Das neu verlegte Pflaster in diesem Bereich deutet schon darauf hin. Auch hier soll es zwar einen Interessenten gegeben haben, der jedoch wegen zu geringer Bestuhlungsmöglichkeiten im Außenbereich offenbar wieder Abstand vom Standort Waltrop genommen hat. So ist es jedenfalls zu hören.

Unattraktiv für die Nachbarn

Dass die Innenstadt, so denn die Neugestaltung abgeschlossen ist, durchaus an Attraktivität – und damit an Kaufkraft – dazu gewinnen könnte, ist optisch schon jetzt zu erahnen. Das ist auch dringend notwendig, denn die Analyse der Ist-Situation fällt im Einzelhandelskonzept fatal aus. Die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung, die das Konzept erstellt hat, stellt unumwunden fest, dass sich die Versorgungsbedeutung Waltrops einzig und allein aufs eigene Stadtgebiet beschränkt. Heißt: Bürger aus Nachbarstädten haben kaum einen Grund, nach Waltrop zu kommen, um einzukaufen.

Starker Wettbewerb

Ein entscheidender Grund ist laut Konzept die starke Wettbewerbssituation in den umliegenden Städten. Dass Dortmund als achtgrößte Stadt Deutschlands und mit einer Einkaufsmeile wie dem Westenhellweg nicht als repräsentativer Vergleich herhalten kann, erscheint logisch. Dennoch benennen die Autoren des Einzelhandelskonzeptes auch das etwa gleich große Datteln als starken Wettbewerber. Nimmt man noch Lünen und Castrop-Rauxel dazu, sei „für Waltrop als Mittelzentrum kein regelmäßiges überörtliches Einzugsgebiet festzuhalten“.

Derweil hat sich das Einzelhandelskonzept auch mit dem Entwicklungspotenzial der Stadt beschäftigt. Hier gibt es eine Empfehlung, die die bisherige politische Marschroute in Waltrop über den Haufen wirft. Es geht um großflächigen Einzelhandel (über 800m²) im Außenbereich, den Stadt und Rat bisher stets abgelehnt haben. Besonders mit Blick auf den Waltroper Osten heißt es ganz konkret, dass die „Modernisierung und Verkaufsflächenerweiterung des ansässigen Lebensmittel-Discounters Netto“ zu empfehlen ist. Wie unsere Redaktion schon vor Monaten berichtete, möchte Netto – genau wie Aldi – seinen Markt vergrößern. Um das Nahversorgungszentrum Waltrop-Ost zu stärken, würde sich laut Gutachten großflächiger Einzelhandel anbieten. Pauschal wird großflächiger Einzelhandel allerdings nicht empfohlen, sondern nur an bestimmten Stellen.

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