+

Was die Parteien sagen

Bürgermeister mit 21 Prozent? Das geht jetzt auch in Waltrop

  • schließen

Waltrop - Die Entscheidung ist gefallen: Die schwarz-gelbe Landesregierung hat durchgedrückt, dass es bei Bürgermeisterwahlen künftig keine Stichwahl mehr geben wird. Sollten keine rechtlichen Gründe gegen die Gesetzesänderung sprechen, gibt es damit schon bei der Bürgermeisterwahl 2020 keine Stichwahl mehr. Aber was bedeutet das für den Wahlausgang in Waltrop?

„Ohne Stichwahl wird der Wahlkampf an Intensität gewinnen“, prophezeite CDU-Parteichef Ludger Finke bereits Mitte Januar. Unsere Redaktion hatte ihn, wie auch Vertreter aller anderen Waltroper Parteien, damals um eine Einschätzung gebeten. Daraus zitieren wir nun.

Ohne Stichwahl wäre Moenikes nicht im Amt

Fest steht derweil: Ohne Stichwahl stünde die CDU jetzt nicht am Steuerrad der regierenden Waltrop-Fregatte, sondern säße noch immer im angreifenden Oppositions-Bötchen. 2014 bekam SPD-Kandidatin Anne Heck-Guthe 40,7 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang. Nicole Moenikes, die sich bei der späteren Stichwahl (54,3 Prozent) durchgesetzt hatte, holte 39,7 Prozent.

SPD-Parteivorsitzender Marcel Mittelbach

, der dem Vernehmen nach 2020 für die Sozialdemokraten antreten wird, hat Bauchschmerzen bei der Vorstellung, dass ein Bürgermeister ins Amt gehoben wird, der womöglich gerade mal knapp ein Viertel der Stimmen erhalten hat. Das ist nun aber möglich, wie das fiktive Beispiel in der Grafik zeigt. Mittelbach: „Bei einer Wahlbeteiligung von knapp 56 Prozent (Wahl 2014) wäre demnach jemand Chef von Verwaltung und Politik, der mit 21 Prozent der Stimmen von 56 Prozent der Wahlgänger/innen gewählt wurde.“ Man merke schon beim Aufzählen, so Mittelbach: „Obwohl es sich um eine demokratische Entscheidung handelt, fühlt sich das nicht richtig an.“

FDP-Parteichef Dr. Heinz-Josef Mußhoff

hatte die Tendenz zur Abschaffung der Stichwahl bereits im Januar erkannt. Er geht davon aus, „dass weniger Kandidaten antreten werden, da vermutlich der Versuch unternommen wird, einige wenige Kandidaten parteiübergreifend erfolgreich zu positionieren“.

Linken-Sprecher Ernst-W. Belter

geht sogar noch weiter und sagt konkret: „Höchstwahrscheinlich wird ohne eine Stichwahl die CDU in Waltrop gewinnen.“ Mit Stichwahl hätten die Linken auch der SPD „gute Chancen“ eingeräumt.

Monya Buß (Grüne)

, wertet die Abschaffung der Stichwahl gar als „schweren Fehler, da nun politische Positionen gewinnen können, die nicht von der Mehrheit der Waltroper und Waltroperinnen vertreten werden“.

Voraussichtlicher Kommunalwahl-Termin: Herbst 2020.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Neue Details zur Schlägerei bei Fußballspiel, Arbeiter fällt tief in Herten, Prozess fortgesetzt
Neue Details zur Schlägerei bei Fußballspiel, Arbeiter fällt tief in Herten, Prozess fortgesetzt
Schwerer Unfall im Schacht - Sanitäter müssen sofort Verstärkung holen
Schwerer Unfall im Schacht - Sanitäter müssen sofort Verstärkung holen
Schlägerei bei Vinnum gegen SV Herta 23 - Polizei ermittelt Tatverdächtigen
Schlägerei bei Vinnum gegen SV Herta 23 - Polizei ermittelt Tatverdächtigen
Das "Wirxel-Haus" in Datteln steht im Internet zum Verkauf - treibt der Investor ein mieses Spiel? 
Das "Wirxel-Haus" in Datteln steht im Internet zum Verkauf - treibt der Investor ein mieses Spiel? 
Trickdiebe in Datteln? Anwohner im Beisenkamp fühlen sich durch Gaunerzinken verunsichert
Trickdiebe in Datteln? Anwohner im Beisenkamp fühlen sich durch Gaunerzinken verunsichert

Kommentare