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Frühzeitige Bürgerbeteiligung im Rathaus zum geplanten Bebauungsplan Nr. 99 Im Hirschkamp. Hier im Bild sind u.a. die Vonovia-Vertreter.

Pläne im Hirschkamp-Quartier

Viel Gegenwind für Vonovia-Vertreter

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Waltrop - Mit einem ganzen Tross an Beteiligten war das Wohnungsunternehmen Vonovia jetzt zur Bürger-Info-Veranstaltung ins Waltroper Rathaus gekommen. In schillernden Farben erklärten sie ihr Projekt: Hinter den Häusern an den Straßen „Im Hirschkamp“, Hans-Böckler-Straße und Letterhausstraße sollen weitere vier Mehrfamilienhäuser entstehen. Nicht ganz so schillernd fanden das die Anwohner, die zur Veranstaltung gekommen waren.

„Zu wuchtig, zu groß, zu viele“ – so formulierte das einer von ihnen. Geplant sind nach Worten von Siegfried Berg, Leiter Städtebau und Grundstücksmanagement bei Vonovia, vier Mehrfamilienhäuser. Sie sollen auf den freien Flächen hinter den bestehenden Häusern entstehen und dreigeschossig sein. Insgesamt sind zurzeit 32 Wohnungen angedacht mit Größen zwischen 60 und 125 Quadratmetern; die Grundfläche der Häuser werde 12 mal 24 Meter messen.

Die wirtschaftliche Seite muss passen

Fast 700 Wohnungen in Waltrop seien im Bestand der Vonovia, sagte Berg, aber der Großteil sei 40 bis 70 Quadratmeter groß. „Es fehlen familiengerechte Wohnungen“, und die wolle man jetzt neu bauen. Der Mietpreis werde bei „unter zehn Euro“ liegen, hieß es von Vonovia. Man wolle daran mitwirken, das Quartier zu entwickeln. Das gehe wirtschaftlich aber nur bei einem gewissen Volumen des Bauwerks. „Wir sind aber Teil des Quartiers, das Sie entwickeln wollen“, hieß es aus der Anwohner-Schar. „Wir wohnen teilweise seit Jahrzehnten hier, und jetzt wollen Sie das auf unserem Rücken austragen!“

Auch die Verkehrssituation beschäftigte die anwesenden Bürger: Die Hans-Böckler- und die Letterhausstraße seien schon jetzt eigentlich nur einspurig befahrbar, weil dort so viele Autos parkten. Wie solle das erst werden, wenn mit den neuen Häusern noch mehr Autos abgestellt werden müssen, wollten die Nachbarn wissen – zumal das Quartier wegen des nahen Hirschkamp-Stadions ohnehin häufig stark parkbelastet ist. Eine Stellfläche pro Wohneinheit ist vorgeschrieben und wird auch eingerichtet. Aber damit komme man doch im Leben nicht hin, sagten die Anwohner: „Wo sollen die Leute denn parken – auf dem Marktplatz etwa, und dann ,Park & Ride‘?“

Was passiert mit dem alten Ahorn?

Viele Zahlen und Folien hatten die Vonovia-Planer mitgebracht, aber auf manches auch keine genaue Antwort. Etwa darauf, wie viele Bäume gefällt werden müssen. „Möglichst viele“ wolle man erhalten, hieß es, was speziell auch für einen sehr alten Ahorn-Baum gelte.

Stadtplaner Andreas Scheiba unterstrich, dass es unstrittig sei, dass in Waltrop Wohnraum fehle. Er riet den Anwohnern abschließend, ihre Einwände und Hinweise noch einmal schriftlich zu formulieren. Denn für das Bau-Vorhaben soll ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden, über den letzten Endes der Rat beschließt. Ein Teil dieses B-Plan-Verfahrens war auch die Bürger-Beteiligung im Rathaus.

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