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Sascha Müller betreibt das Krematorium „Atrium Park“ an der Borker Straße. Er plant, an diesem Standort ein zweites Gebäude zu bauen.

Politik leg Plan auf Eis

Atrium Park: Einäscherungen "rund um die Uhr"?

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Waltrop - Diesen Versuch fand Dezernent Andreas Scheiba gar nicht lustig. Ohne ein Wort der Vorankündigung und entgegen der vorherigen Absprache hatte ein Vertreter des Atrium Parks am Donnerstagabend versucht, dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaft einen künftigen Rund-um-die-Uhr-Betrieb „unterzujubeln“.

„So geht es nicht. Das muss ich mal ganz deutlich sagen“, rüffelte Scheiba den Vertreter, der sich daraufhin entschuldigte. Er habe vom Vorhabenträger (Sascha Müller, Anm. d. Red.) den Auftrag bekommen, das Projekt hier so vorzustellen.

Kein Wort in den Unterlagen

Und darum geht’s: Wie berichtet, plant der Waltroper Bestatter und CDU-Ratsherr Sascha Müller, sein Krematorium an der Borker Straße zu erweitern. Er will ein zweites Gebäude bauen, das Platz für 100 zusätzliche Kühlkammern sowie einen dritten Verbrennungsofen vorhält. Bisher hat der Atrium Park zwei Ofenlinien und Kühlkapazitäten von 80 Plätzen. Das sei zu wenig, hatte Sascha Müller im Gespräch mit unserer Redaktion zu Wochenbeginn gesagt. Von einem Drei-Schicht-Betrieb war da allerdings noch nicht die Rede. Auch in den Unterlagen, die dem Fachausschuss vorlagen, war davon nichts zu lesen.

So äußerte sich Andreas Scheiba auch verärgert in der Sitzung und verwies darauf, dass ein Zwei-Schicht-Betrieb festgeschrieben sei. „Bei der letzten Bürgerbeteiligung hat der Vorhabenträger seine Zusage gegeben, dass es nur einen Zwei-Schicht-Betrieb geben wird“, erinnerte der Dezernent.

Bis zu 12.000 Einäscherungen

Und noch etwas kam ans Tageslicht. Im Zuge der Erweiterung will Müller offenbar doch deutlich mehr Einäscherungen durchführen. So stellte der Vertreter dem Ausschuss eine Rechnung vor, die von bis zu 12.000 Einäscherungen jährlich ausgeht. Bisher liegt die von der Politik festgelegte Grenze bei 7000. Den Vorschlag des Architekten, dennoch die Einleitung der Änderung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zu beschließen und über etwaige Kapazitäts-Erhöhungen später zu reden, lehnte der Ausschuss ab.

„Wir müssen den Bürgern gegenüber offen damit umgehen, dass hier eine Nachtarbeit gewollt ist“, betont Scheiba. Zudem erwarte er, dass in diesem Fall auch das Thema Verkehrslärm behandelt werde. Das sei dann zwingend nötig.

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