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Bei einem schweren Unfall an der Borker Straße ist am Sonntag ein Mann ums Leben gekommen.

Polizei-Statistik 2017

Mehr folgenschwere Unfälle in Waltrop

WALTROP - Zahlenmäßig gab es 2017 in unserer Stadt zwar nicht mehr Unfälle als im Vorjahr. Doch es wurden mehr Menschen dabei verletzt – und es gab auch zwei Tote.

Genau 811 Unfälle sind im Verkehrsunfall-Bericht der Polizei, der am Freitag veröffentlicht wurde, gelistet und damit exakt so viele wie im Jahr zuvor. Doch 93 Personen kamen bei diese 811 Unfällen zu Schaden – die Zahl ist so hoch wie seit vielen Jahren nicht mehr. In den Jahren 2013 bis 2016 wurden jeweils zwischen 62 und 80 Personen verletzt.

Kradfahrer stirbt auf der Borker Straße

Besonders traurig: Im vergangenen Jahr gingen zwei Verkehrsunfälle tödlich aus. Anfang September kollidierten auf der Borker Straße ein Kradfahrer und ein Autofahrer. Ein 55-jähriger Waltroper war damals mit seinem Krad stadteinwärts unterwegs, ebenso ein 25-jähriger Autofahrer aus Waltrop. Der Autofahrer hatte damals seinen Wagen gewendet und war dabei mit dem Kradfahrer zusammengestoßen. Fehler beim Wenden und Abbiegen sind tatsächlich auch im Bereich des Polizeipräsidiums Recklinghausen die häufigste Ursache bei Unfällen mit schwerwiegenden Folgen, nämlich in 41 Prozent der Fälle.

Senior landet auf der Oberlipper Straße im Graben

Der zweite tödliche Unfall ereignete sich keine vier Wochen später, als ein 83-Jähriger aus Lünen mit seinem Kleinwagen in einem Graben an der Oberlipper Straße landete. Der Senior starb anderthalb Wochen später an den Folgen des Unfalls.

17 Menschen wurden im Jahr 2017 bei Unfällen in Waltrop schwer verletzt. Als „schwer verletzt“ gilt, wer beim Unfall derartige körperliche Schäden erleidet, dass er ins Krankenhaus muss und dort mindestens 24 Stunden bleibt. Im Vorjahr (2016) wurden bei Verkehrsunfällen lediglich elf Menschen schwer verletzt – also gut ein Drittel weniger. 91 Menschen wurden bei den 811 Unfällen in Waltrop leicht verletzt – auch das sind mehr als im Vorjahr (70), und auch das ist die höchste Zahl seit Jahren (2013 bis 2016: 52 bis 72).

Kreuzung auf dem Prüfstand

Der Waltroper Aufbruch (WA) hatte vor einigen Wochen beantragt, in der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses noch einmal den Blick auf die Kreuzung Lehmstraße/Berliner Straße zu richten. Dort war zuletzt Ende Januar ein 75-jähriger Fußgänger beim Überqueren der Straße von einem Auto erfasst und verletzt worden. Seit zwei Jahren befasst sich der Landesbetrieb Straßen.NRW damit, die Kreuzung zu überplanen. Dort war es immer wieder zu Unfällen gekommen.

Allerdings: Als „unfallauffälliger Bereich“ bzw. als „Unfallhäufungsstelle“ gilt die Kreuzung nicht. Dazu müssten an einem Ort innerhalb eines Jahres drei Unfälle des gleichen Typs, also beispielsweise immer beim Abbiegen, passieren. Seit diesem Jahr, erläutert Polizei-Oberkommissar Mathias Mörretz aus der Führungsstelle der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde Recklinghausen, erfasse man Unfallorte unter etwas geänderten Gesichtspunkten. Nahm die Polizei sonst eher Kreuzungen in den Blick, so betrachtet man nun auch „Unfallhäufungslinien“, also ganze Straßenabschnitte. Insofern ist nun neuerdings auch von „unfallauffälligen Bereichen“ die Rede.

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