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Bürger hatten sich jüngst zum Protest wegen der Hebewerkbrücke vor dem Rathaus versammelt.

Protest am Rathaus

Hebewerkbrücke: Bürger fordern Politik auf, zu handeln

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WALTROP - Drei Erkenntnisse hat die jüngste Hauptausschusssitzung gebracht. 1.: Mit rund 90 frustrierten Bürgern, die die Fraktions- und Verwaltungsvertreter aufgefordert haben, sich mit Nachdruck für die Fertigstellung der Hebewerkbrücke einzusetzen, war der Ratssaal so voll wie seit Jahren nicht mehr. 2.: Die Stadt Waltrop hat nach eigener Recherche kaum eine Handhabe, rechtlich gegen „die Schlampereien an der Hebewerkbrücke“ (O-Ton CDU-Ratsherr Theo Hemmerde) vorzugehen, wenngleich noch ein externes Rechts-Gutachten in Auftrag gegeben wird. Und 3.: Eine Verkehrsfreigabe Ende September – so wie sie Bürgermeisterin Nicole Moenikes vorsichtig in Aussicht stellte – ist äußerst unwahrscheinlich.

Moenikes war unter anderem mit Martin Voskort, der bei der Stadt für die Bereiche Sicherheit, Ordnung und Verkehr zuständig ist, am Donnerstagmorgen persönlich beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) in Duisburg-Meiderich. Dort, so berichtete es Moenikes den Brücken-Anwohnern und Ausschuss-Mitgliedern, habe man ihr von einem neuen Bauzeitenplan berichtet, der eine Verkehrsfreigabe für Ende September dieses Jahres vorsehe.

Eine völlig gegenteilige Information zu der, die das WSA unserer Redaktion am gleichen Tag nachmittags gab. Auf erneute Nachfrage der WZ am Freitag klärte Elena Schäfer, die beim WSA Arbeitsgruppen-Leiterin Brückenbau ist, die Irritationen auf. Zwar gebe es einen Bauzeitenplan, in dem die Restarbeiten dargestellt seien und der Ende September als möglichen Zeitpunkt für eine Verkehrsfreigabe ausweist, bestätigt Elena Schäfer.

Bauzeitenplan ist gar nicht abgestimmt

Jedoch sei dieser Plan nur mit einer Seite des Auftragnehmers, der Arge Stahlbau Magdeburg/Bauunternehmung Wilhelm Scheidt, abgestimmt worden. Kurzum: Es ist mindestens zu befürchten, wenn nicht gar wahrscheinlich, dass dieser Plan wenig belastbar ist. „Aber immerhin haben wir jetzt was in der Hand, um die Arge damit unter Druck zu setzen“, sagt Elena Schäfer.

Den September-Termin hatte sie eigentlich nicht kommuniziert wissen wollen – „um keine Hoffnungen zu wecken“, begründet die Arbeitsgruppen-Leiterin. Die Erfahrung mit den Bauzeitenplänen der Arge habe sie „leider sehr skeptisch“ werden lassen.

Unterdessen hatten sich diverse Bürger zu Wort gemeldet. Unter anderem hatte ein Betroffener vorgeschlagen, „doch wenigstens eine kleine Brücke für Radfahrer und Fußgänger zu schaffen“. Tatsächlich gibt es so einen kleinen Weg zwischen Hebewerk und Brücke bereits. Dieser ist aber nur für WSA-Mitarbeiter gedacht. Unsere Redaktion hat den Vorschlag ans WSA weitergeleitet. „Wir werden prüfen, ob sowas möglich ist“, versprach Elena Schäfer.

Bürgermeisterin Moenikes forderte Anwohner derweil eindringlich auf, schriftlich festzuhalten, welche Nachteile sie durch die, seit August 2017 gesperrte Brücke haben. „Wir werden alles sammeln und dem WSA vorlegen“, sagt Moenikes. Dass die Behörde bisherige Briefe – etwa die vom „Brückentag“ – ignoriert hat, das weiß und ärgert auch die Bürgermeisterin.

Darüber hinaus erging ein weiterer Beschluss auf Vorschlag der CDU. Die Stadt ist beauftragt worden, den Bundesrechnungshof einzuschalten, um sämtliche Vorgänge an der Hebewerkbrücke überprüfen zu lassen.

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