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Sechs Reihen Maispflanzen schafft der Mähdrescher bei einer Runde. Die Ernte ist in vollem Gange.

Bis zu 60 Prozent

Bauern beklagen große Verluste bei der Maisernte

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Waltrop - Die Maisernte ist in vollem Gange, wegen der langen Trockenheit vier bis fünf Wochen früher als sonst. Die Landwirte vor Ort müssen bis zu 60 Prozent Verlust hinnehmen, berichtet Bernd Zimmer.

Der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Lokalvereins, Bernd Zimmer, hat persönlich noch Glück im Unglück. Die größten Ernteausfälle gibt es auf leichten Sandböden. Seine Felder „Am Veiinghof“ stehen auf schwereren Lehmböden. Diese speichern das Wasser besser. „Bei mir liegt der Verlust bei ungefähr 30 Prozent“, erklärt Bernd Zimmer.

Kreisförmige Ernte

Der Mähdrescher von Lohnunternehmer Franzgrote erntet das Feld kreisförmig von außen nach innen ab. Immer sechs Reihen Maispflanzen auf einmal nimmt er bei seiner Fahrt rund um das Feld mit. Mit Pflückmessern trennt die Maschine die Maiskolben vom Rest der Pflanze. Der Kolben wandert während der Fahrt weiter in die Dreschtrommel, wo die Körner herausgedroschen werden. Die Spindel und die Blätter werden anschließend nach hinten ausgeworfen, die Maispflanze selbst vom Häcksler gefällt und zerkleinert. Beides verbleibt als Dünger auf dem Feld.

Für die Schweinemast

Dieses Verfahren gilt jedenfalls für den Körnermais, der anschließend beispielsweise für die Schweinemast oder als Geflügelfutter dient. Die geernteten Körner werden entweder als feuchte Ware für die Schweinemast verwendet oder für vielfältigen Einsatz getrocknet. Beim sogenannten Silomais für die Rinder wird dagegen nicht nur der Maiskolben, sondern die ganze Pflanze geerntet. In durchschnittlichen Jahren kämen etwa 45 Tonnen Silomais je Hektar zusammen. In diesem Jahr der Dürre seien es auf manchen Feldern in Waltrop nur 16 bis 17 Tonnen, fasst Zimmer die Erfahrungen der Landwirte zusammen.

"Schwieriges Jahr"

„Für viele Kollegen ist das ein ganz schwieriges Jahr.“ Bereits die Getreideernte war durch die anhaltende Trockenheit sehr dürftig ausgefallen. Die Landwirte müssten Futter für ihre Tiere zukaufen oder den Bestand verkleinern. Dabei wären dank der guten Silomais-Ernte im Jahr zuvor sogar noch Reserven da. „Die gibt es im nächsten Jahr auf keinen Fall mehr.“

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