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Justizia vor dem Amtsgericht

Prozess am Landgericht

Täter drohten: Wir hacken dir das Bein ab

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WALTROP - Die Anklage klingt wie das Drehbuch für einen Albtraum: Im Juni 2012 überfielen vier Maskenmänner nachts in Waltrop einen Hausbesitzer. Erst schlugen sie mit Knüppeln um sich, dann drohten sie, dem Mann mit einem Beil das Bein abzuhacken. Zweieinhalb Jahre später stehen zwei Verdächtige in Bochum vor Gericht.

Laut Staatsanwaltschaft müssen sich in der Nacht auf den 18. Juni 2012 in einem Einfamilienhaus unweit vom Zechenwald brutale Szenen abgespielt haben. Das spätere Opfer hatte abends mit ein paar Freunden ein Fußballspiel im TV (Deutschland gegen Dänemark 1:2) angesehen.

Um kurz nach Mitternacht stürmten plötzlich vier vermummte Täter in sein Haus – und jagten dem Waltroper den Schrecken seines Lebens ein. Laut Anklage fiel das Männer-Quartett blitzartig über den Hausbesitzer her, attackierte ihn mit Holzknüppeln, trat immer wieder brutal auf ihn ein, forderte Geld. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, sollen die Täter dem Waltroper schließlich sogar ein Beil an das rechte Bein gehalten und gedroht haben: „Wenn Du nicht sagst, wo das Geld ist, dann hacken wir Dir das Bein ab!“ Laut Staatsanwaltschaft erbeuteten sie am Ende 500 Euro. Bevor sie den Tatort verließen, fesselten sie den Waltroper mit Klebeband. Der Mann erlitt Platzwunden am Kopf und am Auge, außerdem zahlreiche Prellungen und Hämatome am Oberkörper und den Beinen.

SMS-Nachrichten ausgetauscht

Auf der Anklagebank am Bochumer Landgericht sitzen eine 29-jährige Frau und ein 30-jähriger Mann – beide aus Waltrop. Staatsanwalt Marc Krämer ist überzeugt: Das Duo war aktiv in den Coup verstrickt. Der Mann als einer der vier Brutalo-Räuber, die Frau als verräterische Mittäterin und „Türöffnerin“. Denn: Die 29-Jährige war bis zur Tatnacht eine gute Freundin des Hausbesitzers. Sie soll als eine von wenigen von einem lukrativen Hauptgewinn des Mannes gewusst haben. Zum Zeitpunkt des Überfalls war sie zudem der letzte verbliebene Gast aus der Fußballrunde.

Auf Anraten ihrer Anwälte Ralf Bleicher und Henry Alternberg wollen die Angeklagten zu den Vorwürfen vorerst schweigen. Die Anklage stützt sich neben den Angaben des Überfallopfers vor allem auf den auffällig häufigen Telefonkontakt zwischen den zwei Angeklagten. Wie es heißt, sollen 30 Minuten vor dem Überfall 35, und 30 Minuten nach der Tat 38 SMS ausgetauscht worden sein. Unmittelbar bevor die Maskenmänner die Wohnung stürmten, soll die 29-Jährige die Haustür geöffnet haben. Weiterhin seltsam: Trotz der flehentlichen Bitte des Hausbesitzers, Hilfe zu rufen, soll sie nach dem Coup gemeinsam mit den Tätern geflüchtet sein. Die Anklage lautet auf schweren Raub, gefährliche Körperverletzung und Freiheitsberaubung. Der Prozess wird fortgesetzt.

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