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Justizzentrum Bochum, Ostring, neuer Sitz von Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht sowie Staatsanwaltschaft Bochum am 05.01.2018 . Foto: Thomas Nowaczyk

Prozess um die Tote im Kanal

Letzte Stunden werden rekonstruiert

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Waltrop/Oer-Erkenschwick - Im zweiten Prozess um den Fund einer Frauenleiche im Kanal bei Waltrop versuchen die Richter in Bochum, die letzten Stunden der Mutter aus Oer-Erkenschwick zu rekonstruieren. Dabei wurden auch Angaben des angeklagten Ehemanns (44) zur „Nacht des Verschwindens“ bekannt.

Es war die Nacht auf den 6. Juni 2015, nach der die Mutter plötzlich spurlos verschwunden war. Am 10. Juni wurde der Leichnam der 25-Jährigen dann auf dem Kanal bei Waltrop treibend entdeckt. Am 25. Juni hörten ihn die Ermittler erstmals als Mord-Verdächtigen an. Unter anderem hatten sie herausbekommen, dass er eine Geliebte und so möglicherweise ein echtes Interesse am Verschwinden seiner Ehefrau hatte.

Mit der Tochter zum Spielplatz

Bei der Polizei hatte der 44-Jährige, der im Prozess komplett schweigt, damals die letzten Stunden mit seiner Frau noch skizziert. Abends sei man mit der gemeinsamen Tochter noch auf dem Spielplatz in Oer-Erkenschwick gewesen. Zu Hause sei später alles ruhig gewesen. Das Kind habe irgendwann geschlafen, seine Frau sich noch spät verabschiedet, um zu ihrer Schwägerin nach nebenan zu gehen. Danach habe er sie nicht mehr gesehen.

Kontakt zur Geliebten

Auf die Frage, ob es vor der Verabschiedung Streit gegeben habe, weil er mit seiner Geliebten SMS-Kontakt gehabt habe, antwortete der 44-Jährige: „Man könnte auf die Idee kommen, aber so war es nicht.“ Er selbst will sich anfangs kaum Gedanken gemacht haben, weil seine Frau vorher schon häufiger nachts bei der Schwägerin gewesen ist. Irgendwann in der Nacht sei es ihm dann aber doch komisch vorgekommen, dass die 25-Jährige gar sich heimgekehrt sei. Spontan sei ihm da sogar folgendes Szenario in den Sinn gekommen: „Ich dachte, meine Familie will mir dadurch eine Lektion erteilen, weil ich immer noch mit meiner Geliebten zusammen bin.“

Neu aufgerollt

Der Lkw-Fahrer war in einem ersten Mordprozess aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Weil der Bundesgerichtshof (BGH) den Freispruch jedoch aufgehoben hatte, wird dem 44-Jährigen nun erneut der Prozess gemacht.

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