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Prozess um die Tote im Kanal

Wilde Spekulationen und vergiftete Getränke

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Waltrop/Oer-Erkenschwick - Mit der Vernehmung einer der besten Freundinnen des mutmaßlichen Mordopfers ist am Freitag der zweite Prozess um den Fund einer Frauenleiche auf dem Kanal bei Waltrop fortgesetzt worden. Es ging um gebrochene Herzen, wilde Spekulationen und vergiftete Getränke.

Die Erzieherin war eine wichtige Vertraute für die Mutter aus Oer-Erkenschwick. „Sie hat häufig Zuflucht bei mir gesucht wegen ihrer Beziehungsprobleme“, sagte die 28-Jährige vor dem Bochumer Landgericht. Fast immer sei es bei den Streitigkeiten mit dem angeklagten Ehemann (44) um dessen Affäre mit einer Arbeitskollegin gegangen. „Sie war deswegen sehr verletzt. Ich habe ihr Leiden gesehen“, erinnerte sich die Zeugin.

Tiefe Enttäuschung

Auch mit dem Angeklagten habe sie damals über die tiefe Enttäuschung ihrer Freundin gesprochen. „Das war ihm auch alles bewusst“, berichtete die Zeugin. Dennoch habe er trotz anderer Ankündigungen nie etwas geändert. Im Gegenteil: Immer wieder sei herausgekommen, dass es wieder Treffen mit der Geliebten und immer wieder Streit deswegen gegeben habe.

Tabletten in den Ayran gemischt

Weil der Bundesgerichtshof (BGH) ein erstes Freispruch-Urteil aufgehoben hatte, wird dem 44-Jährigen nun erneut der Prozess gemacht.

Befragt nach Besonderheiten bei oder nach den Streitigkeiten, erinnerte sich die Freundin an eine Information, die ihr die Mutter anvertraut habe. „Sie hat einmal behauptet, dass er ihr wohl Tabletten in den Ayran gemischt hat“, so die Zeugin. „Ich habe ihr daraufhin gesagt, trink einfach nichts mehr, was er dir anbietet.“ Nachdem ihre Freundin am 5. Juni 2015 plötzlich verschwunden gewesen sei, „haben wir alle gerätselt, wo sie nur sein kann“. In den Familien sei wild spekuliert worden. Darüber, dass sie eventuell abgehauen oder mit einem anderen Mann durchgebrannt sei. Sie selbst habe daran nicht geglaubt. Nachdem die Leiche der 25-Jährigen am 10. Juni 2015 auf dem Kanal entdeckt worden war, habe sie kurz danach den Angeklagten gefragt, ob er das war. „Er sagte ganz klar Nein!“, so die Zeugin.

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