Reflektoren als Schutzmaßnahme

Am frühen Montagmorgen lebt das Wild gefährlich

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Waltrop - Fast die Hälfte der 112 Rehe, die im Jagd-Jahr 2018/19 in Waltrop zu Tode gekommen sind, kamen auf Straßen oder im Kanal ums Leben. In den frühen Morgenstunden des Montags kommen Wildunfälle besonders häufig vor.

53 Verkehrs- und Kanal-Tote allein beim Rehwild habe es im vergangenen Jagd-Jahr in Waltrop gegeben, wurde bei der Hauptversammlung des Hegerings bekannt. Und Alfons Westermann, Vize-Chef des Hegerings, berichtet, dass sich besonders in den frühen Morgenstunden des Montags bei ihm die Alarmierungen wegen Wildunfällen häufen. Eine Erklärung: Am Wochenende sind viele Menschen in den Wäldern unterwegs, die Rehe ziehen sich zurück – und in der Dämmerung wollen sie dann wieder die Straßen überqueren. Münsterstraße-, Ober- und Unterlipper Straße und Markfelder Weg sind räumliche Schwerpunkte für Wildunfälle in Waltrop. Um Unfällen vorzubeugen, hatte der Hegering vor einiger Zeit blaue Reflektoren, sogenannte Wildwarn-Reflektoren, an Straßenpollern angebracht. Die sollen das Scheinwerferlicht der vorbeifahrenden Fahrzeuge in Richtung Wald oder Feld lenken. Dadurch soll eine Art „Lichtzaun“ entstehen, der das Wild fernhält. „Das funktioniert auch“, kann Alfons Westermann inzwischen aus der Praxis berichten. Freilich natürlich nur zu den Zeiten, in denen die Autofahrer auch mit Licht unterwegs sind.

Kaum ein Zeitumstellungs-Effekt

Für eher überschätzt hält Westermann aus seiner Erfahrung den Effekt der Zeitumstellung. In den Tagen rund um die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit (oder umgekehrt) wird regelmäßig darauf verwiesen, dass die Gefahr von Wildunfällen mit der Umstellung der Uhren in Zusammenhang stehe. Wichtiger für Westermann: Der Trend zu größeren landwirtschaftlichen Flächen schränkt die Rückzugsmöglichkeiten vieler Wildtiere ein, ihre Zahl geht stark zurück. Derweil machen die Bedingungen bestimmten Tieren wie Füchsen und Mardern nicht zu schaffen – und diese machen sich wiederum über andere Wildtiere her, die sie wegen ihrer ohnehin geringen Zahl empfindlich dezimieren können. „Deshalb müssen wir sie scharf bejagen“, sagt Westermann.

Hinweis in der Fahrschule

Die Zahl der zu Tode gekommenen Tiere im Jagdjahr 2018/18 nach Arten (in Klammern: VorjahresZahlen): Tauben 963 (995), Rabenkrähen 205 (194), Gänse 173 (253), Füchse 141 (135), Stockenten 123 (130), Rehwild 112 (99), Fasanen 79 (73), Hasen 60 (61), Nutria (Biberratte) 58 (54), Kaninchen 55 (61), Steinmarder 40, Elstern 36, Bisame 14, Dachse 9, Iltisse 6, Schwarzwild 4, Waschbär 1.

Fahrlehrer Ludger Rademacher (Fahrschule Greifenhagen) weist Fahrschüler neben den Wildwechsel-Schildern auch auf die Reflektoren am Straßenrand hin. Er hat auch schon in Fahrstunden Situationen erlebt, wo Wild plötzlich auf die Straße lief. „Ich habe schneller reagiert als meine Fahrschüler.“ Klar sei aber auch: Nicht jeder Wildunfall lasse sich verhindern.

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