+
Bürgermeisterin Nicole Moenikes (2. v. li.) und Martin Voskort, Fach-Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung (li,), lassen sich das Feinstaub-Problem erläutern.

Rundgang Zechensiedlung

Ein Taschentuch voller Feinstaub und wenig Kritik

  • schließen

Waltrop - Die kleine Gruppe hatte sich noch nicht einmal vom Netto-Parkplatz zum Quartiersspaziergang mit Bürgermeisterin Nicole Moenikes (CDU) auf den Weg gemacht, da brachte schon der erste Anwohner sein Anliegen vor. Er hielt der Bürgermeisterin und Martin Voskort, der bei der Stadt für die Themen Recht, Ordnung und Verkehr zuständig ist, ein weißes Tuch unter die Nase.

Richtig weiß war es freilich nicht mehr. „Der Dreck, den Sie sehen, ist Feinstaub“, berichtete der Anwohner, der direkt dem Netto-Markt gegenüber an der Einmündung Taeglichsbeckstraße wohnt. „Das ist die Menge, die sich von gestern Morgen bis gerade eben unter meinem Fenster gesammelt hat.“ Weil die Autos vor seinem Haus wegen des Hubbels, der der Verkehrsberuhigung diesen soll – in Fachkreisen „Berliner Kissen“ genannt – abbremsen müssen, bekomme er den gesundheitsgefährdenden Dreck ab. Nicole Moenikes notierte sich Namen und Telefonnummer des Mannes auf einem Zettel auf ihrem Klemmbrett. Mit dem marschiert sie bekanntlich regelmäßig, begleitet von ihren Mitarbeitern aus der Stadtverwaltung, durch die Siedlungen und Ortsteile Waltrops, um zu erfahren, wo die Anwohner der Schuh drückt.

"Berliner Kissen" sind nicht mehr in Mode

Die Sache mit dem Feinstaub und der Verkehrsberuhigung ist freilich kein einfaches Thema, denn Maßnahmen, die die Autofahrer zum Reduzieren der Geschwindigkeit zwingen, wünschen sich in den Siedlungen andererseits gerade viele Anwohner. Martin Voskort wusste zu berichten, dass „Berliner Kissen“ heute nicht mehr das bevorzugte Mittel zur Verkehrsberuhigung seien. Man werde überlegen, was man an der Velsenstraße tun kann.

Schlechte Wege im Zechenwald

Als die Gruppe dann losging, wurde unter anderem der schlechte bauliche Zustand der asphaltierten Wege rund um das AWO-Heim angesprochen. Eigentlich sei das ja eine schöne Möglichkeit für die Senioren, die künftig in die „Alte Berginspektion“ einziehen, die Gegend zu erkunden, sagte AWO-Stadtverbandsvorsitzende Marianne Masberg. Aber wenn die Wege in einem solch schlechten Zustand seien, dann seien sie für die älteren Leute eben auch potenziell gefährlich. Außerdem ging es beim Rundgang um Müll im Zechenwald und um die Park-Situationen auf den Straßen nahe der Zeche.

Es gab aber auch viel Lob, zum Beispiel für das schöne und gepflegte Umfeld des Zechengeländes. Auch der Dentagen-Neubau, in den inzwischen die Lebenshilfe als Mieter eingezogen ist, wurde für gelungen befunden. Insgesamt sei ihre Liste mit den Kritikpunkten überschaubar, stelle die Bürgermeisterin am Ende fest.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Eklat bei Klima-Demo: Grünen-Ratsherr stört mit "Scheiße"-Zwischenrufen
Eklat bei Klima-Demo: Grünen-Ratsherr stört mit "Scheiße"-Zwischenrufen
Schwerer Brand an der Deitermann-Villa: Wer hat das Feuer gelegt?
Schwerer Brand an der Deitermann-Villa: Wer hat das Feuer gelegt?
Der SV Herta hat seine erste Mannschaft zurückgezogen - das sind die Auswirkungen
Der SV Herta hat seine erste Mannschaft zurückgezogen - das sind die Auswirkungen
Brinkforth-Überfall: Prozess endet mit Paukenschlag
Brinkforth-Überfall: Prozess endet mit Paukenschlag
Schwerer Cyber-Angriff auf "NextPharma": Hacker wollen Lösegeld erpressen
Schwerer Cyber-Angriff auf "NextPharma": Hacker wollen Lösegeld erpressen

Kommentare