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Das neue AWO-Seniorenzentrum an der Dortmunder Straße heißt „Alte Berginspektion“ und soll im Oktober bezogen werden.

Seniorenheim "Alte Berginspektion"

Ein regelrechter Wettstreit um Pflegekräfte

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Waltrop - Nach Um- und Neubau des Seniorenheims an der Dortmunder Straße braucht der Betreiber Personal – das arbeitet mitunter (noch) bei der Konkurrenz.

Ende 2015 mussten rund 30 Senioren, die im AWO-Zentrum an der Dortmunder Straße lebten, im hohen Alter wegen der Umbau-Pläne noch einmal umziehen. Sie kamen in andere Senioreneinrichtungen in Nachbarstädten – für viele war es eine emotionale Ausnahmesituation, noch einmal „entwurzelt“ zu werden. Teils stand auch die Informationspolitik der AWO in der Kritik.

Es kehrt niemand zurück

Jetzt steht – mit erheblicher Verzögerung im Vergleich zu den Ursprungs-Plänen – der Bezug des Neubaus kurz bevor (wir berichteten). Und von den Bewohnern, die seinerzeit aus der Einrichtung an der Dortmunder Straße ausziehen mussten, wird niemand in das neue Gebäude zurückkehren, sagt Thomas Zarske, der designierte Übergangs-Einrichtungsleiter. In vielen Fällen sind die Senioren inzwischen gestorben. Und diejenigen, die in anderen Einrichtungen leben, wollen nun nicht erneut einen Umzug mitmachen, sondern lieber bleiben, wo sie sind. Teils sind Bewohner auch in die Nähe ihrer Angehörigen gezogen.

Den Mitarbeitern, die in anderen AWO-Einrichtungen weiterarbeiteten, hatte ihr Arbeitgeber ein Rückkehrrecht eingeräumt, von dem nun einige Beschäftigte Gebrauch machen. Aber es geht auch darum, neues Personal zu finden – und das ist nicht ganz einfach. „Den arbeitslosen Altenpfleger gibt es praktisch nicht“, weiß Thomas Zarske. Bekanntlich gibt es in der Pflege einen Mangel an Fachkräften. Und so läuft es darauf hinaus, dass die AWO nicht nur um Kräfte wirbt, die jetzt mit ihrer Ausbildung fertig werden, sondern durchaus auch um solche, die noch bei anderen Trägern in Lohn und Brot stehen und sich beruflich verändern möchten.

Über 100 Mitarbeiter in Waltrop

Zarske nennt die Argumente, die aus seiner Sicht für die Arbeiterwohlfahrt als Arbeitgeber sprechen: Eine Fünf-Tage-Woche, wo anderswo sechs Tage üblich sind, Unterstützung beim Finden eines Kita-Platzes für den Nachwuchs (die AWO betreibt bekanntlich in Waltrop auch Kindertagesstätten) und eine vergleichsweise gute Bezahlung. Gerade erst wurde ein neuer Tarifvertrag abgesegnet, der ein Gehalts-Plus von 3,2 Prozent allein im ersten Jahr vorsieht. Thomas Zarske berichtet, es gebe bereits nennenswertes Bewerber-Interesse, auch für die Stationsleiter-Positionen.

Die AWO bildet auch aus. Passend zum 1. Oktober, wenn die Senioreneinrichtung bezugsfertig sein soll, beginnt auch der Start ins Berufsleben für drei Altenpflege-Azubis. „Wir sind mit über 100 Mitarbeitern ein großer Arbeitgeber in Waltrop“, erinnert Zarske.

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