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Serdal Tokalak (3.v.li.) und seine Mitstreiter an Heiligabend in Istanbul.

Serdal Tokalak

Respekt und Frieden: Weihnachtsbotschaft aus Istanbul

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Waltrop/Istanbul - „Jede Religion hat ihren Ursprung im Guten.“ Ein Satz, den Serdal Tokalak nicht nur so daher sagt. An Heiligabend hat Tokalak, der vielen Waltropern besser bekannt ist als der ehemalige Vollblut-Gastronom aus dem Stadtcafé, in einer symbolischen Aktion eine Weihnachtsbotschaft aus Istanbul übermittelt. Es geht um Dankbarkeit, um Toleranz, Brüderlichkeit, um Religion und allen voran um ein friedliches Miteinander.

In der Türkei wird kein Weihnachten im klassischen Sinne gefeiert. „Es ist ja ein islamisch geprägtes Land zu fast 90 Prozent“, erklärt Serdal Tokalak. „Läuft man jedoch durch die modernen Einkaufszentren von Istanbul, so unterscheidet sich das Bild kein bisschen von dem einer deutschen oder europäischen Stadt. Weihnachtliche Dekoration und Lichter prägen diese Zeit, Weihnachtsbäume werden verkauft und sie zieren dann die Wohnzimmer einiger Familien“, erzählt der ehemalige Waltroper, der inzwischen seit 2017 wieder in der Türkei lebt. Die berufliche Perspektive war einer der Hauptgründe, warum es ihn zurückgezogen hat in das Land, in dem auch seine Mutter lebt. Mit dem Herzen aber ist Serdal Tokalak immer auch ein Waltroper geblieben. „Ich liebe diese Stadt“, sagt er unumwunden - genau so, wie er auch Deutschland liebt, „das Land der Dichter, der Denker und der Wissenschaftler“.

Chancen geben, Chancen annehmen

Umso betrübter ist Serdal Tokalak, dass es kleine Menschengruppen immer wieder schaffen, einen Keil zwischen Deutschen und Türken, zwischen Christen und Muslimen zu treiben. „Entgegen der medialen Spannungen und Diskrepanzen, die zwischen beiden großen Weltreligionen sowohl in Deutschland und auch in der Türkei herrschen, möchten wir mit dieser Aktion ein Zeichen setzen für ein harmonisches Miteinander. Kulturelles Gut teilen, miteinander agieren, Gemeinsamkeiten finden und erobern, statt sich gegenseitig auszugrenzen“, schreibt Serdal Tokalak. „Alle Religionen sind barmherzig und friedlich. Lasst uns Chancen geben und Chancen annehmen; wie auch einander sehen, verstehen, ergänzen und unterstützen.“

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