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Sicherheitslandung mit dem Heißluftballon auf der Brockenscheidter Straße.

Situation war kritisch

Bezirksregierung erklärt: Darum darf ein Heißluftballon überall landen

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Waltrop - Äußerst präzise hat die Pilotin ihren Heißluftballon zwischen den Häusern auf der Fahrbahn aufsetzen lassen. Eine sogenannte Sicherheitslandung, die Situation war kritisch. Aber: Warum kam es so weit? Und: War die Landung womöglich leichtsinnig oder doch eine starke Piloten-Leistung?

Diese Ballon-Landung hat für reichlich Aufsehen gesorgt. Zur besten Tatort-Zeit gab’s am Sonntag einen Zwischenfall, der beinahe in einen Notfall ausgeartet wäre. Glücklicherweise nur beinahe. Weil der Wind über Waltrop eingeschlafen war, musste der 30 Meter hohe und 28 Meter breite Heißluftballon von Ballonsport Marl einen ungewöhnlichen Landeplatz anfliegen: die Brockenscheidter Straße – eine Hauptstraße. „So eine Landung ist für uns auch kein Alltagsgeschäft“, versichert Eric Baltussen, Verantwortlicher von Ballonsport Marl. Doch in diesem Fall war sie fast alternativlos.

„In den letzten zehn Minuten der Fahrt ist der Wind fast auf null zurückgegangen“, begründet Baltussen. „Weil ohne Wind nicht mehr vorhersehbar ist, ob die Richtung stabil bleibt, musste die Pilotin binnen Sekunden eine Entscheidung treffen.“ Der Grat zwischen einer unkonventionellen, aber sicheren Landung und einer Landung, die womöglich in einer Katastrophe endet, ist manchmal schmal. So war es auch am Sonntag.

Ballone dürfen überall landen

Größtes Problem in der Ballonfahrt: Die Fluggeräte können nicht lenken. Ergo können die Piloten auch nur sehr bedingt selbst bestimmen, wo sie landen. Der Wind hat das Sagen. Weil das so ist, haben Ballonfahrer eine Sonderstellung in der Luftfahrt. Das erklärt auf WZ-Anfrage eine Sprecherin der Bezirksregierung Münster, die unter anderem in Waltrop und Marl für die Luftsicherheit verantwortlich ist. „Bei Luftfahrzeugen, bei denen der Landeort nicht vorherbestimmt ist, ist auch eine Außenlandung erlaubt.“ Will heißen: Prinzipiell darf ein Ballon überall da landen, wo er will. Im Kornfeld, in einem größeren Garten oder eben auf einer Straße. Einzige Voraussetzung: Die Sicherheit muss gewährleistet sein.

Bei der Landung auf der Brockenscheidter Straße war eine relative Sicherheit gegeben. Das sagt zumindest Eric Baltussen und lobt dafür vor allem den Fahrer eines privaten, ausgemusterten Feuerwehrfahrzeuges. „Der hat die Situation sofort erkannt und sich quer auf die Straße gestellt.“ Dadurch sank die Gefahr, dass der Ballon auf Verkehr trifft.

Absolute Windstille war nicht vorhersehbar

Dass der Wind abnehmen würde, das hatten die Ballonfahrer derweil schon beim Start gewusst. „Wir arbeiten mit drei verschiedenen Wettervorhersage-Systemen“, erklärt Baltussen. So hatte er vorab auch die ungefähre Flugrichtung einschätzen können: Von Marl aus sollte es Richtung Datteln, Waltrop, Nordkirchen gehen. Reisegeschwindigkeit: maximal 10 bis 15 Knoten (etwa 20 bis 30 km/h). So kam es dann auch. Dass der Wind aber genau über Waltrop auf null gehen würde, das habe man nicht vorhersehen können, sagt der erfahrene Ballonfahrer.

Neben der Waltroper Feuerwehr, die „super geholfen“ hat, lobte er am Ende vor allem seine Pilotin. „Ich habe ihr auf die Schulter geklopft. Das war schon eine sehr gute Leistung, genau da zu landen“, sagt Eric Baltussen.

Bei den Kollegen von Cityinfo.tv gibt's auch ein Video der Landung!  

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