Situation in Waltrop

Kaum Nadelbäume - kein Borkenkäfer-Problem

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WALTROP - Der Scolytinae – oder landläufig Borkenkäfer – macht gerade deutschlandweit allen Wäldern mit Nadelbäumen zu schaffen. Kein Wunder, denn der gefräßige Schädling findet nach den Stürmen Burglinde und Friederike in Kombination mit dem extremen Sommer reich gedeckte Tische in seinem Lebensraum. Anders als etwa in der Haard, wo der Borkenkäfer die letzten Fichten ins Visier genommen hat, gibt es in Waltrop „überhaupt keine Problem“, sagt Diplom-Forstingenieur Dirk Middelmann. Der Förster vom Landesbetrieb Wald und Holz ist in Waltrop für gut 400 der 589 Hektar Wald zuständig.

Dass der Borkenkäfer einen Bogen um unsere Stadt macht, hat einen Grund: So muss man Nadelbäume in Waltrop inzwischen mit der Lupe suchen. „Vor Sturm Ela (2014, Anm. d. Red.) hatten wir noch zwei Prozent Nadelholz in unseren Wäldern, danach waren es null Prozent“, sagt Dirk Middelmann. Natürlich finden sich dann und wann noch einzelne Exemplare von Fichten oder Kiefern; von einem echten Waldbestand kann Middelmann in seinem großen Forstrevier aber nicht sprechen. Dass es keine Nadelbäume mehr gibt, ist für den Förster relativ leicht zu erklären. Zum einen fühlen sich Fichten und Co. auf den vergleichsweise nassen Waltroper Böden grundsätzlich nicht wohl. Zum anderen sorgt der Klimawandel für zu warme Temperaturen, und Nadelhölzer ziehen ein kälteres Umfeld ohnehin vor.

Nadelholz-Armut schadet dem Wald nicht

Was das ökologische Gleichgewicht in den Wäldern angeht, ist es aber nicht schlimm, dass sich die Nadelbäume verabschiedet haben. „Na klar wird Nadelholz gebraucht. Aber wenn es keins gibt, schadet es dem Wald auch nicht“, sagt Dirk Middelmann. Einen Vorteil hat die Nadelholz-Armut sogar, wie jetzt festzustellen ist: Denn der Borkenkäfer, der nur in Nadelbäumen lebt, findet keine Nahrung und bleibt deshalb fern. Schlecht ist die Entwicklung allerdings aus wirtschaftlicher Sicht – denn wer sein Holz verkauft, hat schlechte Karten. „Nadelholz lässt sich nun mal besser vermarkten“, weiß Dirk Middelmann.

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