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Beim Fest für Demokratie und Vielfalt stand Lukas Schlattmann schon auf der Bühne in Waltrop.

"Skandälchen" beim Brunnengeflüster

Eingeschnappt nach Hause - "Radio Lukas" am Tag danach im WZ-Gespräch

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Waltrop - Das erst Brunnengeflüster des Jahres startete gleich mal mit einem kleinen "Skandälchen". Verantwortlich dafür war der gebuchte Musiker „Radio Lukas“, der nach kurzer Spielzeit seine Sachen packte und Feierabend machte. Er habe „die Ignoranz des Publikums nicht länger ertragen" können, kommentierte er anschließend. Oder auf den Punkt gebracht: Der Musiker war eingeschnappt, dass das Publikum nicht applaudiert hat.

Ein lauschiger Sommerabend, sanfte Klänge am Klavier, Wein und Knabbereien. Für viele Waltroper startete das Brunnengeflüster wie immer. Doch nach einer Stunde war Schluss mit der Musik. Der Straßenmusiker Lukas Schlattmann („Radio Lukas“) hat seine Sachen gepackt und ist gegangen. Was ihn geärgert hat: Bis auf „zweieinhalb Zuhörer“ habe keiner geklatscht, dabei sei doch der Applaus das Brot des Künstlers, sagt er.

Erste Erklärung kam kurz nach dem Abgang

Der Musiker erklärte sich im sozialen Netzwerk Facebook: „Ich war offensichtlich heute zu dünnhäutig, um die Ignoranz des Publikums länger zu ertragen. Im zweiten Set, nach einer Stunde Spielzeit und null Applaus (die 2 1/2 Leute ausgenommen die es doch mal kurz versucht haben...) wuchs der Wunsch in mir, mein Klavier einzuladen und zu fahren“, schrieb er.

Nachdem er eine Nacht darüber geschlafen hat, sagt er im Gespräch mit der WZ: „Ärger und Frust sind selten ein guter Berater.“ Er beteuert, er würde es nicht wieder so machen. „Ich denke auch nicht, dass es die beste Lösung war“, sagt er. Dabei habe er Waltrop bisher ganz anders erlebt: in friedlicher Stimmung beim Fest für Demokratie und Vielfalt, bei dem er an gleicher Stelle gespielt hatte und bei der Kneipennacht, bei der es vor der „Wunderbar“ viel Applaus gab.

Stimmung war trotzdem gut

Verwundert über den Abgang des Musikers sind auch die Mit-Veranstalter von Feinkost Riechmann. „Wir sehen das nicht dramatisch. Es ist müßig, sich was draus zu machen“, sagt Gaby Schwarz. „Es war eine gute Stimmung und die Leute waren zufrieden. Die Waltroper haben sich gefreut, dass es endlich wieder losgeht“, zieht sie Bilanz.

Die Veranstalter sind verwundert, denn sie sagen: Es war klar, dass es nur Begleit-Musik sein sollte. Zudem sei meist erst gegen 20 Uhr so richtig viel los. Bis 22 Uhr sollte der Musiker spielen. Schlattmann ist generell unzufrieden mit dem Arrangement. Er hätte sich eine verbindliche Gage gewünscht, dann hätte er auch weitergespielt sagt er. Das Prinzip des Hut-Konzerts lehne er sonst immer ab und hätte es auch diesmal tun sollen.

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