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Jens Schön (li.), Pächter des Angelhofes Schulte Sienbeck, verliert Wasser in seinen Teichen. Warum das so ist, weiß er noch nicht.

Sogar die Feuerwehr kommt

Langsam wird das Wasser knapp für die Forellen im Angelteich

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Waltrop - Seit acht Wochen ist Jens Schön neuer Pächter des Angelhofs Schulte Sienbeck an der Münsterstraße. Und eigentlich läuft das Geschäft auch richtig gut: „Die Leute rennen uns im Moment die Bude ein“, erzählt der Neu-Waltroper, der mit seiner Familie extra aus Wuppertal hergezogen ist. Und trotzdem macht sich Jens Schön seit einigen Tagen große Sorgen um seinen Fischteich und die Forellen. Am Freitag ist deshalb sogar die Feuerwehr angerückt.

„Der Teich verliert Wasser. In den letzten zwei, drei Tagen bestimmt 40 Zentimeter“, erzählt der Pächter. In seiner Not und nach einigem Zögern hat er nun bei der Feuerwehr angerufen, um nach Hilfe zu fragen. Denn auch Jens Schön weiß natürlich, dass ein klassischer Feuerwehreinsatz anders aussieht. Aber tatsächlich ist die Feuerwehr eben auch dazu da, Tiere aus Notlagen zu befreien. So steht es schließlich im Gesetz. Und die Forellen in den vier Naturteichen von Schulte Sienbeck sind in einer Art Notlage: Das Wasser wird knapp und damit auch ihr Sauerstoff.

Naturteiche ohne Folie

Zehn bis 15 tote Tiere habe er in den letzten Tagen jeweils aus dem Wasser geholt, berichtet Jens Schön. Er weiß zwar, woran das liegt. Aber nicht, was der Ursprung des Problems ist. „Das sind Naturteiche. Es gibt deshalb keine Folie, die kaputt sein kann“, sagt der Angler. Dass in so kurzer Zeit und bei den Wetterverhältnissen derart viel Wasser verdunstet sein soll – schwer vorzustellen.

Jens Schön hatte gehofft, dass die Feuerwehr vorübergehend zusätzliches Wasser in seine Teiche pumpen könnte. Guten Willen hatten die Einsatzkräfte auch, gepumpt haben sie am Ende aber nicht. Der nächste Hydrant befindet sich auf der anderen Seite der Münsterstraße. Nur mit großem Aufwand inklusive Straßensperrung könnte die Feuerwehr hier eine Wasserleitung legen. Der Kanal als zweite Wasserquelle liegt zwar nicht ganz so weit entfernt, ist über Felder und durch einen Wald aber nur schwer zu erreichen. So rückten die Einsatzkräfte am Ende unverrichteter Dinge wieder ab. Zum einen, weil die Fördermenge der Feuerwehr-Pumpe von maximal 1600 Liter/Minute bei der Gesamtgröße des Teiches eher gering ist. Zum anderen, weil die Fische nicht unmittelbar vor dem Tod stehen – von Gefahr im Verzug kann also (noch) nicht die Rede sein.

Karpfen, Störe und Aale sind viel robuster

Für Jens Schön ist das Problem noch nicht gelöst. Das Wasser in seinem Hauptteich ist jetzt noch etwa 1,40 Meter tief. Statt 14 bis 16 Grad Wassertemperatur, die nach seinen Angaben optimal wäre, misst das Wasser bereits knapp 19 Grad. Das ist für Forellen zu warm. „Ich hab hier auch Karpfen, Aale und Störe drin. Denen macht das nichts. Aber die Forellen sind eben viel empfindlicher“, sagt Schön. Sein Verpächter habe ihm gesagt, der Wasserverlust sei mit dem Absinken des Grundwassers erklärbar. Für ihn ist das unbefriedigend. Wichtiger wäre eine Lösung, denn sein Brunnenwasser-Zulauf kann den Wasserverlust nicht auffangen.

Bis spätestens zum Wochenende 15./16. Juni hofft der Angelhof-Betreiber, das Wasserproblem in den Griff zu bekommen. Dann nämlich findet an seiner Anlage ein deutschlandweites Freundschaftsangeln statt. Über 100 Angler erwartet er dann an der Münsterstraße. Sorgen kann Jens Schön da nicht gebrauchen.

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