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Viele Menschen hatten sich vor der Bühne am Kiepenkerl eingefunden, um den verschiedenen Bands und Gruppen zu lauschen, die dort sangen.

Solidaritätsfest

Ein beeindruckendes Zeichen gegen Ausgrenzung

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Waltrop - An die schlimmen Vorfälle in Chemnitz war noch lange nicht zu denken, da war in Waltrop schon die Idee eines Solidaritätsfestes geboren. „Wir wollen zeigen, dass Waltrop für jeden offen ist“, hatte Mitorganisator Heinz Briefs bereits im Vorfeld erklärt. Denn er weiß: „Auch in Waltrop gibt es Menschen, die in Gefahr sind, ausgegrenzt zu werden.“

Für jeden offen – damit waren ausdrücklich nicht nur Geflüchtete gemeint, die nun um Asyl bitten; eben jene, auf die es in Chemnitz jüngst Rechtsextreme abgesehen hatten. Offen wollten sich die Waltroper für alle Minderheiten zeigen – für behinderte Menschen, für finanziell schwächer gestellte, für Bürger mit Migrationshintergrund. Und die Waltroper wollten sich nicht nur offen zeigen, sie taten es auch – und zwar mit Nachdruck.

"Wer Hunger hat, soll essen."

So war etwa Tatjana Wentland vom Verein „Licht der Welt Waltrop“ – vielen besser bekannt als Russische Gemeinde – mit ihren Mitstreitern in die Fußgängerzone gekommen. Vor dem Kiepenkerlbrunnen hatten sie einige Tische aufgebaut, gedeckt mit einem reichhaltigen Kuchen- und Kaffee-Büfett. „Wer Hunger hat, der soll hier etwas essen“, sagt Tatjana Wentland. Geld hat der Verein dafür ganz bewusst nicht genommen. „Wir bezahlen das alles aus unserer eigenen Tasche.“ Der ein oder andere Gast hat trotzdem eine Spende dagelassen. „Es ist nicht viel, aber das ist auch vollkommen okay so“, sagt Wentland. Ihrem Verein komme es nicht auf Geld an, sie wollten einfach mit den Menschen ins Gespräch kommen und denjenigen helfen, die Hilfe brauchen. „Eine Familie aus Syrien hat uns zum Beispiel erzählt, dass sie eine Wohnung sucht, aber nichts findet. Wir versuchen ihnen jetzt mit unseren Kontakten zu helfen“, berichtet Tatjana Wentland weiter. Glücklich mit dem Verlauf des Festes war auch Heinz Briefs. „Wir sind über die Resonanz sehr erfreut. Dass so viele Leute kommen, damit hätten wir nicht gerechnet.“

So war es auch sinnbildlich, dass das Bühnenprogramm am Kiepenkerl eine halbe Stunde länger ging, als das eigentliche Fest geplant war. „Seit dem Gottesdienst um 10 Uhr war es eigentlich voll in der Stadt“, resümiert Heinz Briefs. „Die Mühen haben sich absolut gelohnt.“

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