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In Jennifer von Glahns Küchenschublade liegen zwei Dosenöffner: Einer in der Linkshänder-Variante und ein normaler (im Bild), denn ihr Freund ist Rechtshänder. Und das ist nur ein Alltags-Utensil, bei dem Linkshänder an ihre Grenzen stoßen...

Von Sparschälern und Ringbüchern

Welt-Linkshänder-Tag: Alles ist etwas umständlicher

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  • Markus Weßling
    Markus Weßling
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WALTROP - Das machst du doch mit links, sagt der Volksmund, wenn er verdeutlichen will: Ist doch einfach! Nicht nur am Welt-Linkshänder-Tag (13. August) sagen Linkshänder jedoch: Von wegen einfach – der Alltag in der auf die Rechtshänder-Mehrheit ausgerichteten Welt hält schon einige Hürden bereit.

„Kleine Schwierigkeiten im Alltag lauern überall“, sagt Jennifer von Glahn. Die 38-jährige Waltroperin ist Linkshänderin. An EC-Automaten zum Beispiel lasse sich die Karte grundsätzlich nur an der rechten Seite einführen. „Da muss ich mit der linken Hand umgreifen.“ Oder Stifte, die zum Unterschreiben in Institutionen ausliegen: „Die sind immer rechts befestigt“, sagt von Glahn. Das setze sich im Haushalt fort: „Bei einem normalen Sparschäler ist für mich mit der linken Hand die Klinge auf der falschen Seite“, sagt die Waltroperin.

Schöpflöffel ist sinnlos

„Auch ein normaler Schöpflöffel ist für mich sinnlos: Mit der linken Hand müsste ich Soße oder Suppe über die breite Seite ausgießen.“ Die Waltroperin arbeitet als PR-Redakteurin bei der RDN-Agentur in Recklinghausen. Am Arbeitsplatz geht’s nämlich weiter: „Tastaturen haben den Zahlenblock unpraktischerweise rechts, Ringbücher machen das Schreiben schwierig.“

Linkshänder-Produkte im Schreibwaren-Handel

Was Schreibwaren angeht, kann auch Sabine Schomberg vom Fachgeschäft „Wort + Spiel“ an der Hochstraße ein Linkshänder-Lied singen. Es gebe viele Produkte für Linkshänder; die seien durchaus gefragt. Ein Lineal zum Beispiel hat zwei Skalen: auf der einen Seite eine für Rechts-, auf der anderen eine für Linkshänder. Ein Hersteller produziert Füller, die unterschiedlich geformte Griff-Mulden haben. Dementsprechend gibt es eine Links- und eine Rechtshänder-Version. Bei einem anderen sind die Mulden gleich. Da braucht ein Linkshänder aber eine andere Feder. „Keine zwei Linkshänder schreiben gleich“, sagt Schomberg. „Viele setzen die Feder von oben an, um nichts zu verschmieren. Ich habe aber auch schon gesehen, dass jemand den Füller akkurat von unten ansetzt.“

Ein bisschen umständlicher

An sich seien all diese Tücken in der Rechtshänder-Welt kein Problem, sagt Linkshänderin Jennifer von Glahn. „Aber es fällt einem immer wieder auf, dass viele Dinge doch ein wenig umständlicher sind.“

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