+
Die Drehleiter der Waltroper Feuerwehr kann Schwergewichtige bis zu einem Gewicht von 300 Kilo zu Boden befördern.

Spezial-Fahrzeug nötig

Mehr Einsätze mit dicken Patienten

  • schließen

Waltrop - Die Stadt Recklinghausen schafft einen Schwerlast-Rettungswagen an, der künftig auch in Waltrop zum Einsatz kommen soll. Das hat gute Gründe.

Die Bevölkerung in der Bundesrepublik wird immer dicker, das ist hinreichend belegt. Waltrop bildet da keine Ausnahme. Die zunehmende Überfettung der Deutschen stellt die Betroffenen möglicherweise vor Probleme im Alltag. Doch der Rettungsdienst der Feuerwehr wird dadurch immer häufiger vor massige Probleme gestellt.

Stellen die Rettungssanitäter vor Ort fest, dass der Patient so stark übergewichtig ist, dass sie ihn nicht zu zweit in den Rettungswagen transportieren können, fordern sie Hilfe von der Feuer- und Rettungswache an. Dann rücken die Kollegen des Brandschutzes an und leisten Amtshilfe.

Tragen in den Rettungswagen bis 210 Kilo zugelassen

So weit so gut. Ist ein Patient dann allerdings sehr stark übergewichtig, taucht auch noch ein technisches Problem auf. Denn die Tragen in den Rettungswagen sind bis zu einem Körpergewicht von 210 Kilogramm zugelassen. „Die Zahl der Transporte stark Übergewichtiger hat in den letzten Jahren zugenommen“, berichtet Andreas Pust, stellvertretende Leiter der Waltroper Feuerwehr, ohne genaue Zahlen nennen zu können. Wenn ein solcher Extremfall (über 210 kg) eintritt, sind die Waltroper auf Hilfe aus den umliegenden Städten angewiesen. „Wir fordern dann in Dortmund oder Herne, die über einen Schwerlast-Rettungswagen verfügen, ein Fahrzeug an“, sagt Pust. „Allerdings müssen wir natürlich länger warten, bis dieses Fahrzeug dann eingetroffen ist.“

Waltroper Wehr erhofft sich kürzere Wartezeiten

Für die Zukunft hofft die Waltroper Feuerwehr, dass sich die Wartezeit auf einen Schwerlast-Rettungswagen deutlich verkürzt, was durchaus begründet ist: Denn die Stadt Recklinghausen hat die Anschaffung eines solchen Schwerlast-Rettungswagens beschlossen.

Dabei handelt es sich um eine rund 350.000 Euro teure Sonderanfertigung – ein konventioneller Rettungswagen schlägt mit rund 210.000 Euro zu Buche –, auf einem 7,5 Tonnen-LKW-Fahrgestell mit einer speziellen Hebebühne und der Möglichkeit, auch Patienten in Krankenbetten befördern zu können. Allerdings, so ist aus Recklinghausen zu hören, soll bis zur Auslieferung noch ein Jahr vergehen.

Leiter kommt nicht nur bei Übergewichtigen zum Einsatz

Ein anderes Problem bezüglich des Transportes Übergewichtiger hat die Feuerwehr Waltrop bereits durch die Anschaffung einer neuen Drehleiter (wir berichteten) gelöst. Konnten zuvor, wenn die Drehleiter zum Einsatz kam, nur Personen bis 160 Kilo über die Leiter zu Boden befördert werden, ist die neue Drehleiter in der Lage, Patienten bis zu einem Gewicht von 300 Kilo aus ihrer misslichen Lage zu befreien. „Allerdings ist die Leiter nicht nur speziell für die Rettung Übergewichtiger gedacht sondern auch dann im Einsatz, wenn es in engen Treppenhäusern schwierig ist, Patienten nach draußen zu bringen“, klärt Andreas Pust auf.

Ein anderer Aspekt ist die Abrechnung der Kosten für einen Einsatz des Schwerlast-Rettungswagens, der ja in der Anschaffung deutlich teurer ist als ein normaler. Auf Anfrage teilte die Stadt Herne dazu mit, dass die Kosten für einen Transport mit dem „Sonderfahrzeug“ nach der Gebührensatzung nicht teurer ist als der Transport mit einem normalen Rettungswagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Nach Morddrohungen: Trainer und Team des SV Herta ziehen Konsequenzen
Nach Morddrohungen: Trainer und Team des SV Herta ziehen Konsequenzen
Ein Leichtverletzter nach Zimmerbrand an der Forellstraße - drei Straßen gesperrt
Ein Leichtverletzter nach Zimmerbrand an der Forellstraße - drei Straßen gesperrt
Waltroper Pannen-Brücke kann offenbar noch in diesem Jahr freigegeben werden
Waltroper Pannen-Brücke kann offenbar noch in diesem Jahr freigegeben werden
Polizei-Razzia in Marl: Sportsbar bleibt geschlossen - Ermittlungen dauern an
Polizei-Razzia in Marl: Sportsbar bleibt geschlossen - Ermittlungen dauern an
Nach zahlreichen Einbrüchen: 23-Jähriger Serientäter auf freien Fuß gesetzt
Nach zahlreichen Einbrüchen: 23-Jähriger Serientäter auf freien Fuß gesetzt

Kommentare