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Mit Hilfe eines Hubsteigers hat Jens Schneeweiß die Antenne abgebaut.

Spurwerkturm

Kunst schlägt Wirtschaft: Funkantenne abgebaut

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Waltrop - Ein fast viermonatiger Streit hat am Montag sein vorläufiges Ende gefunden. Dennoch behält sich Künstler Jan Bormann vor, seine Anzeige wegen Urheberrechtsverletzung am Spurwerkturm weiter zu verfolgen. Indes bekommt die Antenne dank der Hilfe der städtischen Wirtschaftsförderung einen neuen Standplatz.

Jan Bormann hat sich durchgesetzt. Der Künstler und Erschaffer des Spurwerkturms ist erfolgreich gegen den Hertener Unternehmer Jens Schneeweiß vorgegangen, der an Bormanns 20 Meter hohem Kunstwerk auf der Zechenhalde unerlaubt eine Parabolantenne angebracht hatte. Diese Antenne sollte einem Unternehmen im Bereich der Pannhütt schnelles Internet liefern.

Gestern hat Jens Schneeweiß die Antenne mithilfe eines Hubsteigers abgebaut. Das vorläufige Ende eines Streites, in den selbst Polizei und Staatsanwaltschaft einbezogen wurden. Denn nachdem der Unternehmer ohne sein Einverständnis Ende September vergangenen Jahres die Richtfunkantenne an der Spitze des Spurwerkturms installiert hatte, erstattete Jan Bormann Anzeige wegen Urheberrechtsverletzung.

Inzwischen liegen die Akten auf dem Tisch der Staatsanwaltschaft. Ob Bormann den Rechtsweg trotz des späten Einlenkens des Unternehmers weiter verfolgt, weiß er noch nicht genau. „Ich will mich erst noch mal mit dem Rechtsschutz in Verbindung setzen“, sagt er. Die Tendenz ist aber klar: „Ich möchte ein für alle Mal klären, wie weit mein Recht als Künstler geht.“

Wie weit geht des Künstlers Recht?

Wie berichtet, hatte Bormann in Erwägung gezogen, die Antenne selbst abzumontieren. Das sei seiner Rechtsauffassung nach als Künstler und Urheber legitim. Außerdem sei ihm in gewisser Weise auch ein Schaden entstanden, so Bormann weiter. Alleine der zeitliche Aufwand, um durchzusetzen, dass die Antenne abmontiert wird, sei sehr groß gewesen.

In einem letzten Versuch, die Antenne doch an dem Spurwerkturm hängen lassen zu dürfen, hat Jens Schneeweiß Ende vergangener Woche noch einmal das Gespräch mit Jan Bormann gesucht. „Herr Bormann war da leider nicht umzustimmen“, so Schneeweiß gestern. Der Künstler geht hier noch weiter ins Detail. „Herr Schneeweiß kam zu mir an den Gartenzaun und hat mir dafür Geld angeboten.“ Bormann lehnte das Angebot ab. Denn die Antenne an der Turmspitze zu belassen – aus künstlerischer Sicht undenkbar.

Jens Schneeweiß hätte indes gern eine Lösung gefunden. „Ich hätte hier nach wie vor gerne einen Standort“, sagt er. Für seinen Waltroper Kunden, den er mit schnellem Internet versorgt (bis zu 100 Mbit/s Down- und Upload synchron), hat er jedoch dank der Stadt Waltrop eine Lösung gefunden. „Die Wirtschaftsförderung hat sich darum gekümmert, dass ich die Antenne auf das Krankenhaus-Dach stellen darf“, sagt Schneeweiß. Seit gestern laufe der Betrieb dort auch, sein Kunde werde also versorgt.

"Rechtliche Prüfung der Sachlage“

Grundsätzlich betonte der Hertener Unternehmer, dass ihm die städtische Wirtschaftsförderung bei seinen Bemühungen, einen Standplatz für die Antenne zu finden, von Anfang an sehr geholfen habe. „Mündlich wurde mir eigentlich auch versprochen, dass ich eine Stromversorgung auf dem Spurwerkturm bekomme“, sagt Schneeweiß. Die bekam er nicht, stattdessen hatte er sich ohne Erlaubnis an der Stromversorgung des Turms bedient (wir berichteten). Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte Stadt-Sprecherin Patricia Neuhaus bereits am 2. Januar mit, dass man „eine rechtliche Prüfung der Sachlage“ in Auftrag gegeben hat. Zu diesem Zeitpunkt war der Stadt von dem abgezwackten Strom noch nichts bekannt.

Allzu verstimmt war man im Rathaus anscheinend trotzdem nicht. Den neuen Antennen-Standplatz hätte er „ohne Hilfe der Wirtschaftsförderung nicht bekommen“, sagt Jens Schneeweiß.

Update: Wie sich inzwischen herausgestellt hat, wird der Hertener Betreiber eine Rechnung und eine Anzeige vegen Stromdiebstahls bekommen.

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