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Über Gullys fließt auch Regenwasser ins unterirdische Kanalnetz.

Trotz Millionen-Einnahmen

Kanalnetz: Stadt Waltrop verkauft nicht

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Waltrop - Die Emschergenossenschaft hat großes Interesse an den kommunalen Kanalnetzen und zuletzt kreisweit verlockende Millionen-Angebote gemacht. Während sich aktuell die Stadt Herten ernsthafte Gedanken über einen Verkauf macht, hat man sich in Waltrop klar positioniert: „Für uns kommt das nicht infrage“, sagte jüngst Bürgermeisterin Nicole Moenikes im Haupt- und Finanzausschuss.

Auf Nachfrage unserer Redaktion begründete Kämmerer Wolfgang Brautmeier die ablehnende Haltung der Stadtverwaltung. Freilich würde man durch so eine Übernahme „kurzfristig viel Geld erhalten und sich teilweise entschulden können“, sagt der Kämmerer. „Einen langfristigen Effekt hätte das aber nicht.“

Ein ganz entscheidender Punkt sei, so Brautmeier weiter, dass der Stadtrat nach einem Verkauf keinen Einfluss mehr auf die Abwassergebühren hätte. Es könnte also für die Bürger deutlich teurer werden. Auch wenn die Emschergenossenschaft zuletzt betonte, dass der jeweilige Stadtrat weiter über Kanalsanierungsmaßnahmen und -bauten entscheiden sowie die Höhe der Abwassergebühren festlegen könne.

150 Millionen Euro Schulden

In Herten soll die Emschergenossenschaft bereit sein, 200 Mio. Euro für das Kanalnetz zu bezahlen. Dass es ein ähnlich hohes Angebot auch in Waltrop geben würde, hält Wolfgang Brautmeier für ausgeschlossen. Er schätzt den Wert des Kanalnetzes auf etwa 30 bis 35 Millionen Euro. Natürlich würde es noch einen Aufschlag geben. Dass dieser Betrag ausreicht, um sich zu entschulden, bezweifelt der Kämmerer jedoch stark. Aktuell steht die Stadt rund 150 Millionen Euro in den Miesen.

Ohnehin ist die Strategie der Stadtverwaltung eine ganz andere. So hat man im Rathaus viel mehr Interesse daran, sein Geschäftsfeld auszuweiten. Aktuell verhandelt die Verwaltungsspitze bekanntlich mit Gelsenwasser und den Waltroper Stadtwerken um die Übernahme des Wassernetzes (wir berichteten).

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