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Beim Vogelabholen - hier ein Archivbild aus Elmenhorst - ist die Polizei nicht immer auf Schritt und Tritt dabei. Foto: Thomas König

Umzüge

Polizei ist nicht auf jedem Meter dabei

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WALTROP - Für Unruhe hat in Oer-Erkenschwick jüngst ein Erlass des Landes-Innenministers gesorgt. Demnach sollen Laternen- oder kleinere Schützen-Umzüge nicht mehr wie gewohnt von der Polizei begleitet werden. Das gilt im Prinzip auch für Waltrop. Doch dass nun hier Straßenumzüge ausfallen müssen, ist so nicht zu erwarten.

Polizeisprecherin Ramona Hörst stellt klar: „Den Erlass gibt es schon seit zwei Jahren.“ Und dessen Grundlage – Paragraf 29 der Straßenverkehrsordnung – sei sogar noch älter. In diesem Paragrafen wird der Fall geregelt, wenn Straßen mehr als üblich in Anspruch genommen werden. Mit dem Erlass, erklärt Ramona Hörst, habe man verdeutlichen wollen, wo die Hauptverantwortung liegt – nämlich beim Verursacher bzw. Veranstalter. Der müsse dafür Sorge tragen, dass alles sicher und geordnet über ablaufen könne. Die Polizei sei weiterhin bei großen Veranstaltungen vor Ort, nur sei das eben kein Automatismus. Es gebe kein pauschales Raster, das besage, wann die Polizei dazu komme oder wann nicht, so Ramona Hörst. Entscheidung liegt bei der Polizei

In der Praxis funktioniert es in Waltrop jedenfalls so: Planen Vereine etwa einen Umzug oder ein Radrennen, so müssen sie dies beim Ordnungsamt anmelden, wie Martin Voskort, Leiter des Ordnungsamtes, erklärt. Dann wird geprüft, ob Schilder oder Absperrungen aufgestellt werden, ob es Ordner braucht und wie viele, wo der Umzug oder das Rennen verlaufen soll, wie viele Fahrzeuge und Personen beteiligt sind und derlei mehr. Dann sei auch schnell klar, ob die Polizei dazu gebeten werde, sagt Martin Voskort. Die letztliche Entscheidung darüber liegt indes bei der Polizei. Voskort interpretiert die Situation so, dass nun etwas genauer hingeschaut werde, ob der Polizei-Einsatz wirklich unabdingbar ist. Bei kleineren Umzügen – so wie vor einigen Wochen beim Vogel-Abholen der Schützen – sei beispielsweise die Polizei auf den Hauptstraßen dabei gewesen, aber nicht mehr bis in die Siedlung mitgekommen. Noch keine Probleme

Ein anderer Fall: Beim Oktoberfest auf dem Hof Meßmann habe die Querung der Recklinghäuser Straße dem Ordnungsamt „Bauchschmerzen“ bereitet. In dem Fall, so Voskort, sei mit den Schützen als Veranstaltern vereinbart worden, dass die Schützen ein externes Unternehmen anheuern, professionell die Beschilderung zu erledigen. Generell habe man es in Waltrop in den allermeisten Fällen mit Veranstaltern zu tun, die viel Erfahrungen hätten und mit denen man im Gespräch alles Notwendige kläre. Martin Voskort: „Wirkliche Probleme im Zusammenhang mit Umzügen hat es noch nicht gegeben.“

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