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Im Jahr 2015 hatte es einen Polizeieinsatz an der damaligen Praxis an der Lehmstraße gegeben.

Zu Unrecht Krankengeld kassiert

Gericht: „Die Frau ist eine Betrügerin“

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WALTROP - Nach knapp elf Monaten Verhandlungsdauer ist die Nichte (41) eines vorbestraften Krankengymnasten aus Waltrop am Bochumer Landgericht wegen Betrugs zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Prozess gegen die ehemalige Anwältin war gekennzeichnet von einer Mauer des Schweigens.

Kein einziges Wort. Weder zum eigenen Lebenslauf noch zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Diesen eisernen Kurs hatte die Angeklagte im Prozess bis zuletzt durchgezogen. Genützt hat es nichts. Die Richter waren durch diese Taktik zwar gezwungen, in akribischer Kleinarbeit alle notwendigen Informationen zusammenzutragen und Beweismittel auszuwerten. Es kam während des Prozesses sogar zu Hausdurchsuchungen und einer kurzzeitigen Festnahme der Ex-Anwältin. Am Ende war sich die 12. Strafkammer aber ganz sicher: Die Frau ist eine Betrügerin.

Schaden von 80.000 Euro

Laut Urteil hat die 41-Jährige in 40 Fällen zu Unrecht Krankentagegeld kassiert und allein so einen Schaden von rund 80.000 Euro produziert. Ebenfalls im Schuldspruch enthalten sind fünf weitere Betrugstaten. Diese beruhen hauptsächlich auf zu Unrecht abgerechneten Reha-Leistungen in verschiedenen Physiotherapie-Einrichtungen ihres Onkels. Schaden hier: ein niedriger fünfstelliger Euro-Betrag.

Seit Sommer in U-Haft

Gegen den Waltroper Krankengymnast verhandeln die Richter derweil voraussichtlich noch einige Wochen. Wie am Donnerstag bekannt wurde, sitzt der 56-Jährige bereits seit dem Sommer wieder in Untersuchungs-Haft. Hintergrund der Festnahme war eine angebliche Verzögerungstaktik des Therapeuten, mit dem der Prozess offenbar zum Platzen gebracht werden sollte.

Gesundheitliche Beschwerden

Der Krankengymnast hatte mehrmals über gesundheitliche Beschwerden geklagt und war zwischenzeitlich erst in einer LWL-Klinik und dann auch in einem Justizvollzugskrankenhaus untergebracht. Später aber gab es jedoch die gutachtliche Einschätzung, dass der 56-Jährige verhandlungsfähig sei. Als der Waltroper danach trotzdem kurz vor Ablauf der maximalen Prozessunterbrechung nicht zu einem Prozesstermin erschienen war, hatten die Richter durchgegriffen und einen Haftbefehl erlassen. Aktuell sitzt der Krankengymnast im Bochumer Gefängnis „Krümmede“.

Betrügerisch abgerechnet

Laut Anklage soll der Waltroper, obwohl 2012 bereits einschlägig vorbestraft und unter laufender Bewährung stehend, mithilfe eines verschachtelten Firmen-Geflechts bis 2015 in Serie Reha-Leistungen betrügerisch abgerechnet haben. Außerdem geht es um zu Unrecht kassiertes Krankengeld. Der Steuer- und Betrugsschaden beträgt laut Anklage 280.000 Euro.

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