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Vonovia-Mieter wehren sich

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WALTROP - Angst vor Wohnungslosigkeit, geschockt über Mietsteigerung bis zu 160 Euro im Monat, fassungslos über das Vorgehen der Wohnungsgesellschaft Vonovia: Die Mieter des Konzerns in Waltrop wollen sich wehren.

Offenkundig niemand an der Letterhausstraße und der Hans-Böckler-Straße sieht in erweiterten oder gar neuen Balkonen und Terrassen eine Wohnwertsteigerung. „Dieses Geschäftsmodell ist eine Gelddruckmaschine“, sagte Rechtsanwalt Martin Grebe vom Mieterverein Dortmund und Umgebung e.V., der auch die Interessen der Waltroper Vonovia-Mieter vertritt.

Kein Wohnraum im unteren Segment

Ein Beispiel: Hartz IV-Empfänger , die durch neue Balkone und Terrassen plötzlich auf über 50 Quadratmeter kommen, fürchten, dass die Agentur für Arbeit dann nicht mehr zahlt. Und im unteren Segment gibt es in Waltrop kein Wohnraumangebot.

Feinstaub dringt ein

An der Letterhausstraße, wo mit den Fassadenarbeiten bereits begonnen wurde, fürchten Anwohner um ihre Gesundheit. Feinstaub vom Dämmmaterial breite sich in der ganzen Wohnung aus. „Ich wollte, dass morgen mein Enkel zu mir kommt. Ein Arbeiter hat aber gesagt, tun Sie das nicht“, berichtet eine besorgte Anwohnerin. „Und nebenan wohnt eine junge Frau mit einem Säugling“. Die Mieter fühlen sich uniformiert und überrollt. „Mein Mann hat COPD, ist lungenkrank. Wenn die bei uns hier anfangen, kann ich den gleich ins Krankenhaus bringen."

Rechtlich abgesichert

Die prognostizierten Mieterhöhungen seien zwar rechtlich abgesichert, stünden aber in keinem Verhältnis zu den 25 Euro Heizkosten-Ersparnis, die durch energetische Fassadensanierung erreicht würden, wusste Martin Grebe aus Erfahrung. Zumal in den Wohnungen selbst gar nichts saniert werde. Zwischenruf: „Wäre aber bitter notwendig nach über 40 Jahren Nichtstun.“

Unterstützung aus der Politik

Am Donnerstag kam auch mehr Unterstützung aus der Politik. Nach Sven Schlotjunker (Grüne) und BM Nicole Moenikes, die vom Konzern um ein Gespräch gebeten wurden, waren CDU und SPD präsent.

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