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Neue Ausstellung im Hebewerk-Museum: "Vom Streben nach Glueck", hier: Phillip Berg (re.) und Dr. Siebeneicker (li.) sowie Dirk Zache.

"Vom Streben nach Glück"

Ausstellung beleuchtet Auswandergeschichten

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WALTROP - Es ist ein Thema mit ungezählten Facetten. Es sind spannende Geschichten vom Gelingen und vom Scheitern. Und all das hat auch einen aktuellen Bezug. Am Donnerstag öffnet im Hebewerk die Ausstellung „Vom Streben nach Glück – 200 Jahre Auswanderung von Westfalen nach Amerika“.

Wohlstand, Freiheit, Abenteuer – das waren die Hoffnungen, die über 300.000 Menschen aus Westfalen im 19. und 20. Jahrhundert dazu bewogen, in den USA ein neues Leben zu beginnen. Die Schau, die das thematisiert, war schon an anderen Museumsstandorten zu sehen, am Hebewerk wird sie aber aufgewertet mit zwei Waltroper Auswanderer-Geschichten.

Der Gauner-Amtmann und die Fellings

Die WZ hat die Geschichte des „Gauner-Amtmanns“ Carl Leppelmann, der vor den Behörden in die USA floh und dort als Architekt arbeitete, schon ausführlich thematisiert. Direkt am Eingang wird den Besuchern aber außerdem Johann Theodor Felling vorgestellt. Wie viele Westfalen siedelten sich auch die Fellings im Mittleren Westen an.

Sohn einer Bauernfamilie aus Oberwiese

Fast eine Million Deutsche fanden in den Staaten Wisconsin, Ohio, Iowa und Minnesota eine neue Heimat. Johann Theodor Felling war der zweitgeborene Sohn einer Bauernfamilie aus Oberwiese. Er hatte keine Chance, den väterlichen Betrieb zu erben. Deshalb entschied er sich 1848, in die USA überzusiedeln, wie Ausstellungskurator Phillip Berg bei der Vorstellung der Schau erläuterte.

„Im selben Jahrzehnt wanderten 30 weitere Waltroper nach Nordamerika aus“, ergänzte Museumsleiter Dr. Arnulf Siebeneicker. Übrigens gibt es in Minnesota eine Firma namens „Felling Trailers“ –quasi das Pendant zum Fahrzeugbauer Langendorf in Waltrop.

Mehr als 100 Exponate sind zu sehen

Mehr als 100 Exponate zeigt die Schau – Fotos, Postkarten, ein Schiffsmodell und eine Truhe, die den Weg über den Atlantik und wieder zurück mitgemacht haben.

Die Schau macht auch die Gründe für die Auswanderung in die Neue Welt anschaulich. „Die Parallelen zu aktuellen Fragen von Migration und Integration sind offensichtlich“, sagte LWL-Direktor Dirk Zache. „Wir verstehen uns hier in der Rolle des Moderators.“ Dazu passt, dass Besucher der Ausstellung am Ende gebeten werden, auf Postkarten ihre eigene Haltung zu verewigen: Könnten sie sich eigentlich selbst vorstellen, auszuwandern?

Bei der Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, 15. Februar, um 19 Uhr begrüßt die stellvertretende Vorsitzende der LWL-Landschaftsversammlung, Monika Schnieders-Pförtzsch, die Gäste. Eine Einführung geben Dietmar Osses, Museumsleiter des Industriemuseums Zeche Hannover, und Ausstellungskurator Phillip Berg. Dazu gibt es Musik. Gäste sind willkommen.

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