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Das Frühlingsfest in der Waltroper Innenstadt an sich ist kommerziell, aber ein Bühnenprogramm könnte aus einem Fördertopf finanziert werden, meint Monya Buß.

Vorschlag von Monya Buß

25.000 Euro für Kultur in der Innenstadt

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WALTROP - Die Innenstadt ist ein Sorgenkind. Ein geplanter Antrag, 20.000 Euro fürs Stadtmarketing aus dem Stadt-Etat zu entnehmen, wurde nie gestellt. Monya Buß (Grüne) hätte ohnehin ihre Bauchschmerzen damit gehabt. Sie hat einen Gegenvorschlag.

Eigentlich hätte über die CDU ein Antrag in den Stadtrat eingebracht werden sollen, in dem 20.000 Euro für die Aufgaben des Stadtmarketings erbeten werden. Hintergrund: Dem Stadtmarketing geht es finanziell nicht gut. Die Zahl der Mitglieder ist dem Vernehmen nach auf unter 20 gesunken, so sehr sich auch die Wirtschaftsförderung um neue Mitglieder bemüht. Die Finanzierung von Aktivitäten wird so immer schwieriger. Das geplante Mittelalterfest im Moselbachpark wird in diesem Jahr nicht stattfinden, weil die Vorfinanzierung nicht gewährleistet werden kann.

Antrag nie gestellt

Der besagte Antrag wurde jedoch im Stadtrat nie gestellt, die Hintergründe dafür sind unklar. Neben rechtlichen Hürden hätte es Grünen-Fraktionsvorsitzende Monya Buß auch von der Sache her nicht eingesehen, mit städtischen Mitteln kommerzielle Veranstaltungen in der Innenstadt zu fördern. Dennoch liegt natürlich auch ihr an einer Belebung der Innenstadt. Ihre Idee: Es soll ab dem kommenden Haushaltsjahr einen Fördertopf für Kultur in der Innenstadt geben, die der Stadtgesellschaft als Ganzer zugute kommt. Die Mittel dafür will die Grünen-Fraktionschefin einerseits aus dem städtischen Eigenanteil des Projektes „Demokratie leben“ nehmen, der frei wird, weil das Förderprogramm zum Jahresende ausläuft. Das sind 10.000 Euro. Zum anderen sollen ab 2020 Haushaltsmittel in Höhe von 15.000 Euro in den Fördertopf gesteckt werden, so dass insgesamt 25.000 Euro zur Verfügung stünden.

Gremium würde entscheiden

Das Stadtmarketing, aber auch andere Veranstalter von Aktivitäten in der Innenstadt wie die Organisatoren des Vereins-Weihnachtsmarktes, könnten sich um Geld aus diesem Etat bewerben. Es wären Grundsätze aufzustellen, unter welchen Voraussetzungen eine Förderung infrage kommt, ein Gremium würde über Anträge entscheiden. Ein solcher „freier“ Fördertopf wäre neu, denn bisher ist der Kultur-Haushalt der Stadt an bestimmte Einrichtungen gebunden, etwa an die VHS oder die Musikschule. Monya Buß aber schreibt in ihrem Antrag, gerade der Stadtkern laufe Gefahr, seinen Status als Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens zu verlieren. Das will sie nicht hinnehmen. Ein vom Stadtmarketing ausgerichtetes Stadtfest wäre als kommerziell orientierte Veranstaltung an sich nicht förderfähig, wohl aber ein Kulturprogramm auf einer Bühne als Teil des Festes. Details wären zu klären: Bezieht man auch den Moselbachpark in die Definition von „Innenstadt“ mit ein? Und gilt zum Beispiel auch die Weihnachtsbeleuchtung als förderfähiger Teil des Kulturlebens? Monya Buß könnte sich das vorstellen – und das wäre dann auch eine konkrete finanzielle Entlastung fürs Stadtmarketing.

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