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Das Waltroper waldstadion wird im Sommer 2015 geschlossen.

Waldstadion

Besonderes Wohnprojekt geplant

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Waltrop - Einst wurde Fußball gespielt im Waldstadion – künftig soll dort Wohnbebauung entstehen (wir berichten). Ein Teil der Fläche wird für „Wohnen in Gemeinschaft“ vorbehalten sein, wobei noch offen ist, ob ein Mehrgenerationen-Projekt entsteht oder ein Projekt, wo vor allem ältere Menschen miteinander wohnen.

Fest steht aber, dass immer häufiger solche Projekte entstehen. In Waltrop selbst gibt es zum Beispiel das Mehrgenerationenprojekt am Stutenteich. Dort wohnen seit Anfang 2015 in 19 Wohnungen Familien, Paare und Singles. Jürgen Schulte-Heinrich und Helmut Butz als Bewohner werden am Donnerstag, 24. Januar, bei einer Informations-Veranstaltung der Stadtverwaltung (18 Uhr, großer Sitzungssaal, Rathaus) über ihr Wohnprojekt berichten.

Aspekte des Gelingens

Birgit Pohlmann wird dann auch zu Gast sein. Sie ist ursprünglich Architektin und Stadtplanerin und hat sich jetzt auf die Begleitung von Generationen-Wohnprojekten spezialisiert. Auch am Stutenteich war sie dabei. Birgit Pohlmann nennt drei Aspekte, die zum Gelingen solcher Projekte beitragen: Zum einen müsse die Idee einer solchen „verlässlichen Nachbarschaft“ die Leute ansprechen. Dann müsse die Architektur den Gedanken unterstützen: Meist gibt es – neben den privaten Bereichen – Gemeinschaftsräume. Und diese sind im besten Falle so angeordnet, dass die Lautstärke, die dort entstehen kann, in den Privatbereichen der Bewohner nicht stört. „Und drittens ist das ein Prozess“, schildert Birgit Pohlmann – frei nach dem Motto „wer redet, dem kann geholfen werden“. Und der mache dann bei etwaigen Unstimmigkeiten die Erfahrung, dass man zwar einerseits streiten, sich aber am nächsten Tag dennoch wieder friedlich über den Weg laufen kann.

"Bremer Stadtmusikanten" in Münster

Gudrun Große Ruse wohnt in Münster im Projekt „Bremer Stadtmusikanten – Gemeinsames Wohnen im Alter“. Bremer Stadtmusikanten deswegen, weil die Initiatoren Menschen waren, die – wie die Tiere im Märchen – einen Neubeginn wagen und sich auf gute Nachbarschaft einlassen wollten. In Münster habe die städtische Wohnungsgesellschaft „Wohn und Stadtbau“ das Gebäude gebaut, sagt Gudrun Große Ruse, die auch beim Info-Abend in Waltrop dabei sein wird. Die 21 Wohnungen sind alle zur Miete; zwei Drittel geförderte und ein Drittel frei finanzierte. „Uns war das wichtig, dass nicht nur gut Betuchte einziehen können“, sagt Gudrun Große Ruse. In Waltrop am Stutenteich sind die Wohnungen teils Eigentum, teils vermietet.

Allein im großen Haus

Sie selbst, sagt Gudrun Große Ruse gegenüber der WZ, sei einst deswegen zu der Gruppe der Initiatoren gestoßen, weil sie allein in einem großen Haus gelebt habe. „Ich hatte keine Lust und Zeit, mich nur noch um die Pflege von Haus und Garten zu kümmern“, schildert sie. Andere Projekte seien ja bewusst für Jung und Alt gedacht – ihres eher für ältere, die gemeinsam wohnen wollen. Das Durchschnittsalter liege etwa bei 75. Es gebe eine lange Interessentenliste, und ein gewähltes Team entscheide darüber, wer neu einzieht, wenn eine Wohnung frei wird.

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