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Sabine Dumpelnik ist 20 Jahre in Waltrop.

Sabine Dumpelnik

Früher Marktforscherin - und jetzt seit 20 Jahren Pfarrerin in Waltrop 

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Einst hat Sabine Dumpelnik Kunden Waschmaschinen und Schoko-Pulver testen lassen. Aber eigentlich wollte sie immer Pfarrerin sein. Seit 20 Jahren ist sie nun in Waltrop.

  • Sabine Dumpelnik wollte immer Pfarrerin sein
  • Sie lernte Griechisch, statt zum Tanzen zu gehen
  • Am Sonntag feiert sie 20-Jähriges in Waltrop.


Als Pfarrerin Sabine Dumpelnik vor 20 Jahren nach Waltrop kam, waren es noch um die 10.000. Das spiegelt sich auch in der personellen Ausstattung: Es gab mal vier Pfarrstellen, jetzt sind es nur noch zwei, zum Team zählen zudem die neue Gemeindepädagogin Dagmar Uzoh und Jochen Pitsch. Und nachdem Pfarrer Ulrich Lammers in den Ruhestand verabschiedet wurde, ist Sabine Dumpelnik (50) nun die dienstälteste Pfarrerin – sprich: Sie ist schon länger in Waltrop als ihr einziger verbliebener Kollege Holger Möllenhoff. 

Waltroper Pfarrerin stammt aus Bochum

Sabine Dumpelnik stammt aus Bochum. „Ich war schon früh interessiert an Theologie“, erzählt sie. „Der Mann meiner Cousine studierte das Fach bereits, war sozusagen mein Karriereberater.“ Er sagte ihr, dass es für ihren Studienwunsch hilfreich sein werde, in der Schule das Fach Griechisch zu belegen. Den Kurs gab es schulübergreifend für alle Bochumer Gymnasien in der Innenstadt. „Ich habe damals auch gerne getanzt. Das war donnerstags nachmittags, da war aber auch der Griechisch-Unterricht. Also ging ich dorthin.“ Pfarrer wurden damals gesucht. Vertreter des Landeskirchenamtes kamen sogar in die Schulen, warben für den Beruf. Nach ihrem Studium sah die Welt anders aus. Die Wende brachte es mit sich, dass die Kirche viel Geld in den Osten steckte, im Westen wurden Mittel gekürzt. 

Das Predigen fiel ihr immer leicht

Sabine Dumpelnik ergatterte immerhin ein Vikariat, also eine Ausbildungsstelle, in Bochum-Werne, der Heimatgemeinde ihres Mannes. Was ihr leicht fiel, schon in der Ausbildung: das Predigen. Vor Menschen sprechen, das konnte sie. Was sie schwierig fand: die Besuche im Krankenhaus. „Mancher packte seine Wunden aus, als wäre mein Besuch die Arzt-Visite“, erzählt sie. „Dabei kann ich so schlecht Blut sehen...“  Nach der Ausbildung war auf dem Arbeitsmarkt für Pfarrer zunächst nichts zu wollen. Also arbeitete sie fachfremd – bei einem Markt- und Meinungsforschungsinstitut. „Ich habe Menschen auf der Straße angesprochen, sie für Produkttests gewonnen: Zeitschriften, Waschmaschinen, Schoko-Pulver.“ Keine schlechte Schule. Mit dem Unterrichten des Faches Religion an der Berufsschule schaffte sie sich ein zweites Theologie-Standbein. 

Beim Winter- und beim Schützenfest

Viele Irrungen, Wirrungen und für sie positive Fügungen später wurde sie dann vor genau 20 Jahren Pfarrerin in Waltrop. Hier sei sie herzlich aufgenommen worden, sagt sie. Die alteingesessenen Waltroper finden sich eher nicht in ihrer Gemeinde, die sind meist katholisch. Aber Anschluss an die kleinstädtische Traditionspflege hat die Pfarrerin durchaus gefunden: Sie folgt gerne der Einladung zum Winterfest der Landwirte, sitzt beim Schützenfest-Umzug in der Kutsche. 

  • Am Sonntag, 1. März, um 10.30 Uhr feiert Sabine Dumpelnik einen Festgottesdienst mit anschließendem Sektempfang. 

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