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Unter Anleitung von Claudia Feldmeier bauen die Hobbygärtner am Hof Dickhöfer ein Rankgerüst für Gurken.

Hof Dickhöfer

Es wächst und gedeiht im Biogarten - warum das ganz ohne Gießen funktioniert

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Im Mietgarten-Projekt in Oberwiese auf dem Bioland-Hof Dickhöfer grünt und blüht es. Auf 25 Parzellen sind Hobbygärtner am Werk - mit organisch-biologischem Anspruch, aber ohne Gießen.

Das Gartenjahr ist noch nicht vorbei, aber dass das Experiment Mietgärten des Bioland-Hofs Dickhöfer (hier geht's zur Internetseite) man mehr über den Hof ein Erfolg ist, steht schon jetzt fest. Beinahe malerisch stehen Möhren, Zwiebeln, Sellerie, Mangold, Zucchini oder Borretsch in den Beetreihen. Immer samstags ist gemeinsames Gärtnern angesagt, immer dienstags ist zudem Sprechstunde mit Gartenbaulehrerin Claudia Feldmeier. Die Recklinghäuserin ist Lehrerin für Gartenbau, arbeitet an der Christy-Brown-Schule in Herten – und sie ist personifizierter Rat und Tat im Biogarten-Projekt.

Der Mangold wächst besonders prächtig.

An diesem Samstag werden Rankgerüste für Gurken gebaut. Genommen wird, was die Natur hergibt; Hasel-Zweige in diesem Falle. Gegenseitige Hilfe, das ist zentraler Bestandteil des Projekts. Die Gemeinschaft, die loben alle einhellig. Jörg Urbaniak aus Ickern formuliert es so: „Hier hast du keinen einzigen Querulanten dabei.“ Ein paar Meter weiter ruft jemand: „Boah, was ist das denn für ein Riesen-Radieschen! Das ist ja fast ein Apfel!“ „Tja, mit Liebe gepflanzt“, gibt der Waltroper Jan Zörnig zurück. Gemeinsam mit Ursula Kristek und den beiden Kindern hat er sich entschlossen, eine der 25 Parzellen zu mieten. Dass die Kinder wissen, dass Kohlrabi und Erdbeere nicht im Supermarkt wachsen, dass das Pflanzen, Hegen und Pflegen auch ganz schön viel Arbeit macht, wie viel wert es aber auch ist, später die Kartoffel, die unter den eigenen Händen heranwuchs, auf dem Teller zu haben, das ist ihnen wichtig. „Der ganzheitliche Ansatz eben“, sagt Ursula Kristek. 

Angebaut wird nach Fruchtfolge

Die Parzellen im Biogarten setzen auf die Fruchtfolge: „Wurzel“, „Blatt“, „Frucht“, „Blüte“. Im Folge-Jahr wird gewechselt, so dass dem Boden jeweils andere Nährstoffe entzogen werden. Zweites wichtiges Prinzip: Hier wird nicht zusätzlich gegossen. „Hätte ich nie gedacht, dass das funktioniert“, sagt Claudia Urbaniak. Sie und ihr Mann kommen zwei-, dreimal die Woche her – zum Hacken. Denn durchs Hacken werden die Kapillare zerstört, erklärt Eva Dickhöfer, die das Projekt mit Claudia Feldmeier angezettelt hat und deren Familie das Feld gehört. Kapillare sind winzige Wasserkammern im Boden Durchtrennt man sie, steigt Wasser aus dem Boden nicht so schnell auf und verdunstet nicht so schnell. 

Dienstags ist Sprechstunde

All das haben sie zuvor in der Theorie gelernt – lebendig vermittelt durch Claudia Feldmeier, die zudem dienstags immer zur Sprechstunde bereitsteht. „Da kapiert es auch der Dusseligste“, findet Elke Puhl, die gerade wie gemalt gewachsenen Mangold erntet. Die Tomaten brauchen derweil noch ein bisschen. Sie gedeihen unter einem einfachen Dach aus Haselruten und Plastikplane. „Die Tomate ist ne Diva“, so hat das Claudia Feldmeier beschrieben. „Die will immer die Haare schön haben und mag keine nasse Frisur.“

So ging's los mit den Gemüse-Mietgärten.

 

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