+
Foto: Jens Büttner

Waltroper Aufbruch kritisiert

Viele Baustellen beim Rathaus-Personal

  • schließen

WALTROP - Der Waltroper Aufbruch bleibt beim Thema Personalsituation im Rathaus am Ball und macht darauf aufmerksam, dass der Krankenstand in der Waltroper Stadtverwaltung immer noch höher sei als in anderen Kommunen.

Seit fünf Jahren fragt der WA jährlich nach dem Krankenstand der Verwaltungsmitarbeitern und weiteren personalwirtschaftlichen Kennzahlen. Dieses Jahr wurde die Anfrage noch um den Punkt Kündigungen erweitert. „In der politischen Diskussion der vergangenen Wochen wurde zumeist die Zahl der Kündigungen problematisiert, es lohnt sich jedoch auch die anderen Daten zum Krankenstand, Mehrarbeit und Überstunden ins Blickfeld zu nehmen“, schreibt der Ratsherr Michael Finke für den WA.

Überstunden konnten nicht abgebaut werden

Die „Fehlzeitenquote“, also der Krankenstand, lag 2018 bei 11,8 Prozent. Im vergangenen Jahr blieben die Beschäftigten durchschnittlich aufgrund von Erkrankungen 27 Tage der Arbeit fern. „Schaut man sich die Quoten der vergangenen Jahre an, so erkennt man, dass der Krankenstand zwar nicht mehr die Höchststände der Jahre 2014 bis 2016 erreicht, jedoch verglichen mit anderen Kommunen immer noch sehr hoch ist.“ Damals lag die Quote bei mehr als 14 Prozent – ein unrühmlicher Spitzenplatz in NRW. Die Quote nähere sich nun die Zahlen an, die zu Anfang des Jahrzehnts noch unter der damaligen Bürgermeisterin Anne Heck-Guthe (SPD) für Unmut gesorgt haben. Man könne zwar einzelne Gründe vermuten, die damals zu den hohen Fehlzeiten geführt hätten (Flüchtlings-Thematik, „Causa Gellert“), da die Quote aber weiterhin hoch sei, griffen „monokausale Erklärungen zu kurz“. Bedenklich sei auch, dass die Verwaltungsmitarbeiter vermehrt ihren Urlaub nicht nehmen oder ihren Überstunden nicht abbauen konnten. „Diese personalwirtschaftlich schlechte Bilanz gipfelt nun darin, dass insgesamt 16 Verwaltungsmitarbeiter in den letzten zwei Jahren der Stadt Waltrop gekündigt haben.

Kritik an SPD-Vorstoß

„Statt wie die SPD zu überlegen, wie man durch Vergünstigungen wie Werkswohnungen oder Essensgutscheine die verbliebenen Beschäftigten enger an die Stadt binden kann, ist es erstmal notwendig, den Krankenstand zu minimieren“, fordert der WA. Hintergrund: SPD-Fraktionschef Detlev Dick hatte gegenüber unserer Zeitung Vorschläge gemacht, wie man vorhandenes Personal binden und neues gewinnen könne. Der Waltroper Aufbruch kritisiert überdies, dass die Frauenförderpläne weiterhin nicht fertig, sondern „in Arbeit“ seien – „von einem ausgearbeiteten Personalentwicklungskonzept ganz zu schweigen“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Chemiepark Marl: Hier wird der "intelligente" Kunststoff der Zukunft produziert
Chemiepark Marl: Hier wird der "intelligente" Kunststoff der Zukunft produziert
15-monatige Baustelle in Herten-Süd beginnt mit einer Vollsperrung
15-monatige Baustelle in Herten-Süd beginnt mit einer Vollsperrung
Bahnhof Sinsen nach Sperrung wieder für den Verkehr freigegeben - Frau geriet unter Zug
Bahnhof Sinsen nach Sperrung wieder für den Verkehr freigegeben - Frau geriet unter Zug
Gewalt in der Kreisliga: GW Erkenschwick will Zeichen setzen
Gewalt in der Kreisliga: GW Erkenschwick will Zeichen setzen
Nach der Schlägerei in Vinnum: Ein weiterer Klub will nicht mehr gegen Herta spielen
Nach der Schlägerei in Vinnum: Ein weiterer Klub will nicht mehr gegen Herta spielen

Kommentare